Seit 40 Tagen Internet in pakistanischem Kaschmir stark gedrosselt
Im pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs ist seit 40 Tagen das Internet stark gedrosselt. Das geht aus Zahlen der auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Störung sei keine vollständige Sperrung, schrieb die Forschungsdirektorin von Netblocks, Isik Mater. Es sei jedoch das Kernnetz betroffen, von dem die meisten kleineren Anbieter abhängig seien.
Auch Menschen in der Provinz bestätigten der dpa die Einschränkung der Telekommunikationsdienste. «Die einzige Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, ist mit Telefonaten. Aber auch dabei kommt es wegen Signalstörungen vor, dass die Verbindung nicht zustande kommt», sagt ein Anwohner aus der Region am Telefon.
Zur Drosselung des Internets war es im Zuge schwerer Proteste in der Region Anfang Juni gekommen. Diese richteten sich gegen das Verbot des lokalen Netzwerks JAAC, das sich vor den Neuwahlen zum regionalen Parlament Ende Juli für eine Änderung von dessen Zusammensetzung einsetzt. Forschungsdirektorin Mater sagt jedoch: «Der Eindruck ist, dass die anfängliche Sperre zwar mit der Auflösung des JAAC zusammenhing, die anhaltende Unterbrechung jedoch nur dazu dient, die Situation im In- und Ausland aus dem Blickfeld zu drängen.»
Die Himalaya-Region Kaschmir wird von den Atommächten Indien und Pakistan beansprucht. Beide Staaten kontrollieren jeweils einen Teil des Gebiets. Seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft und der Teilung Britisch-Indiens im Jahr 1947 kam es dort wiederholt zu bewaffneten Konflikten zwischen beiden Ländern. Die aktuellen Proteste spielen sich im pakistanisch kontrollierten Teil Asad Jammu und Kaschmir ab.














