Russlands Aussenminister Sergej Lawrow hat der Europäischen Union die Schuld an der «Zerstörung» des Verhältnisses zwischen Moskau und Brüssel gegeben.
Finnischer Aussenminister in Russland
Pekka Haavisto (l), Aussenminister von Finnland, und Sergej Lawrow, Aussenminister von Russland, treffen zu ihrer gemeinsamen Pressekonferenz nach ihren Gesprächen ein. Lawrow hat der Europäischen Union die Schuld an der «Zerstörung» des Verhältnisses zwischen Moskau und Brüssel gegeben. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland gibt der EU die Schuld an der Zerstörung ihrer Beziehung.
  • Das Land hatte sich die Krim 2014 gegen internationalen Protest einverleibt.
  • Die EU verhängte deshalb Sanktionen gegen Russland.

Der Prozess laufe schon seit langem, sagte Lawrow am Montag in St. Petersburg. «Die EU zerreisst kontinuierlich die Beziehungen», sagte Lawrow.

Er erneuerte zudem seine umstrittenen Äusserungen aus einem Interview der vergangenen Woche. Russland sei auf einen möglichen Abbruch der Beziehungen mit der EU vorbereitet.

Zwar sagte Lawrow, dass Russland auch bereit sei für eine Wiederherstellung der Kontakte, wenn die EU das wolle. Er wiederholte aber seine Vorwürfe, dass es mit dem Umsturz in der Ukraine 2014 zu einem Wendepunkt gekommen sei. Deutschland, Frankreich und Polen hätten damals auf ihre Unterschriften unter einer Vereinbarung für einen Ausweg aus der Krise «gespuckt».

Russland gibt Verantwortung für Ukraine-Konflikt EU

Russland gibt immer wieder der EU die Verantwortung für den Ukraine-Konflikt. Russland hatte sich die Krim 2014 gegen internationalen Protest einverleibt. Die EU verhängte deshalb Sanktionen gegen Russland.

«Die EU hat kontinuierlich ohne Ausnahmen alle Mechanismen zerstört, die über eine Partnerschaft und Zusammenarbeit existierten», sagte Lawrow. Als Beispiel nannte er die Russland-EU-Gipfel.

Der Finne Haavisto sagte, die EU sei Russlands wichtigster Handelspartner. Er machte zugleich deutlich, dass die Standpunkte der EU auch die Standpunkte des Mitglieds Finnland seien. «Wir sind uns heute weiter nicht über alles einig gewesen», sagte Haavisto.

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