Gericht

    Russisches Gericht verbietet Oscar-prämierte Doku

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Russland,

    Ein Gericht in Russland hat den gerade mit dem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichneten Streifen «Ein Nobody gegen Putin» des Filmemachers Pawel Talankin verboten.

    oscar
    Die Oscar-Verleihungen. - Keystone

    Das Zentrale Bezirksgericht von Tscheljabinsk, in der Heimatregion Talankins, habe die Entscheidung aufgrund einer Verwaltungsklage getroffen, meldete das lokale Portal «It’s My City» aus dem Verhandlungssaal.

    Demnach sieht das Gericht in dem Film Propaganda für Terrorismus und extremistische Symbolik. Bei Arte ist die Doku in der Mediathek bis Ende April 2030 abrufbar.

    Die Klage sei eingereicht worden, weil in dem Film Kinder zu sehen seien, «deren Eltern der Veröffentlichung nicht zugestimmt hatten», hiess es. Demnach verhängte das Gericht ein Verbot, den auf verschiedenen Internetportalen in Russland abrufbaren Film zu zeigen oder zu verbreiten. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zielt der Film darauf ab, eine negative Haltung zur russischen Führung und dem Krieg in der Ukraine zu erzeugen.

    Talankin hatte als Lehrer und Videobeauftragter einer Schule in seiner Heimatstadt Karabasch im Gebiet Tscheljabinsk unter anderem patriotische Veranstaltungen als Beweis für eine Militarisierung des Alltags von Kindern aufgenommen und auch Schüler interviewt – er stellte ihnen Fragen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

    Mit diesem Filmmaterial, das die Veränderungen in der russischen Gesellschaft durch den Krieg dokumentiert, floh er aus Russland. Der in Kopenhagen lebende US-Regisseur David Borenstein montierte aus den Aufnahmen einen Film, der auch die Wandlung Talankins zu einem entschlossenen Kriegsgegner zeigt.

    Talankin wird in seiner Heimat als Verräter geschmäht. Als unverschämtes «Manifest des Russenhasses» kritisiert der russische Starregisseur Nikita Michalkow, selbst Oscar-Preisträger von 1995 für seinen Film «Die Sonne, die uns täuscht», die Doku. Es handele sich klar um ein antirussisches Machwerk im Auftrag westlicher Geldgeber, meint er mit Blick auf die Koproduktion von Dänemarks öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalt DR, der britischen BBC, des deutschen ZDF und des europäischen Kultursenders Arte.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #8781 (nicht angemeldet)

    Was meinen die Putinversteher dazu?

    User #2451 (nicht angemeldet)

    Ich dachte immer, der Film habe mit dem Meteoriteneinschlag von Tscheljabinsk zu tun.

    Weiterlesen

    Krebs
    272 Interaktionen
    Alarmierend
    Künstliche Intelligenz und die Gesundheitskosten
    168 Interaktionen
    Brisant

    MEHR IN NEWS

    Thailand
    187 Interaktionen
    «Schlafe kaum»
    St. Gallen
    St. Gallen
    Rapperswil-Jona SG
    Rapperswil-Jona SG

    MEHR GERICHT

    Zürich
    3 Interaktionen
    New York
    8 Interaktionen
    Baubewilligung nötig?

    MEHR AUS RUSSLAND

    25 Interaktionen
    Moskau
    peskow
    41 Interaktionen
    Moskau
    Flughafen Moskau
    1 Interaktionen
    Moskau
    Wladimir Putin
    10 Interaktionen
    Wladimir