Sohn (18) in Thai-Haft: Schweizer Mutter verzweifelt
Seit Ende Juli sitzt ein junger Waadtländer in Thailand im Gefängnis. Seine Mutter verschuldet sich und bangt um seine Zukunft.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 18-jähriger Schweizer sitzt seit Ende Juli in Thailand in Haft.
- Zollbeamte fanden am Flughafen Phuket 16 Kilogramm Cannabis in seinem Koffer.
- Seine Mutter kämpft mit hohen Kosten und grosser Ungewissheit.
Seit Ende Juli sitzt ein 18-jähriger Schweizer in Thailand im Gefängnis. Der junge Mann aus dem Kanton Waadt wurde am Flughafen Phuket festgenommen. In seinem Koffer fanden Zollbeamte 16 Kilogramm Cannabis. Nau.ch berichtete.
Der 18-Jährige und sein 19-jähriger Freund waren zuvor über Snapchat mit einer Gratisreise nach Thailand und 8000 Franken Entschädigung angelockt worden. Im Gegenzug sollten sie vermeintlich iPhones in die Schweiz schmuggeln.
Während der 19-Jährige nach der Zahlung von insgesamt rund 18'000 Franken in die Schweiz zurückkehren konnte, sitzt sein Freund weiterhin in Haft. Seine Mutter konnte die für seine Freilassung geforderten rund 4000 Franken nicht rechtzeitig aufbringen.
Mutter kämpft mit Geldsorgen und Ungewissheit
Gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS schildert sie nun ihre Verzweiflung. Sie sagt: «Ich weiss nicht, was passiert, wenn ich nicht den gesamten Betrag aufbringen kann, den sie von mir verlangen.»

Die Frau arbeitet in einer Fabrik und verdient monatlich 4800 Franken. Um die Anwaltskosten und mögliche weitere Zahlungen zu finanzieren, musste sie sich Geld leihen und Lohnvorschüsse beantragen.
Auch die Ungewissheit über das Schicksal ihres Sohnes belastet sie schwer. «Ich kann nachts kaum schlafen. Es fehlt eine Person zu Hause. Ich weiss nicht, wo er ist, wo er schläft, was er isst», erzählt sie.
Anwältin warnt vor Haftstrafe
Der Prozess gegen den 18-Jährigen soll demnächst beginnen. Seine Anwältin Thatsanavanh Banchong warnt vor den möglichen Konsequenzen.
Thailand gehe inzwischen strenger gegen solche Drogendelikte vor. Je nach Menge und Umständen drohten Gefängnisstrafen von einem bis zehn Jahren.
Laut der Anwältin sitzen derzeit Hunderte junge Europäer wegen vergleichbarer Delikte in Thailand in Haft. Ein an der Festnahme beteiligter Polizist betrachtet die beiden Waadtländer als Opfer krimineller Netzwerke, die junge Menschen gezielt manipulieren.




















