Eine humanitäre Organisation zur Unterstützung Vertriebener im Jemen erhält in diesem Jahr den renommierten Nansen-Preis des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Die 2017 in der Hafenstadt Hudaida gegründete Organisation Jeel Albena Association for Human Development (JAAHD) hilft Menschen, die wegen des Bürgerkriegs aus ihren Wohnungen und Häusern fliehen mussten. Gründer ist Amin Dschubran (37), der selbst vertrieben wurde und schon 2007 als Student begann, vertriebenen Kommilitonen mit Unterkünften zu helfen. Der Jemen sei ein Land von Optimisten, sagte Dschubran zur Preisverleihung. «Wir glauben an eine bessere Zukunft.».
Das UNHCR-Gebäude in Genf GE.
Das UNHCR-Gebäude in Genf GE. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jemen tobt seit Jahren ein Konflikt zwischen der Regierung und den Huthi-Rebellen.

Sie hatten 2004 einen bewaffneten Aufstand begonnen, um für ihre Gebiete Unabhängigkeit zu erringen. Der Konflikt eskalierte mehrfach, zuletzt seit 2014, als Huthis weite Teile des Landes überrannten. Sie kontrollieren heute den Norden samt der Hauptstadt Sanaa und kämpfen gegen die Regierung sowie ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis. Vier Millionen Menschen sind im Land vertrieben. Die UN-Organisationen sprechen von einer der schwersten humanitären Krisen der Welt.

Die Organisation hat nach UNHCR-Angaben mehr als 50 000 Menschen teils in den gefährlichsten Teilen des Landes geholfen. Sie findet Notunterkünfte, hilft mit Bargeld und verteilt etwa Hygiene-Sets oder Nähmaschinen. Sie wird unterstützt von UN- und internationalen Hilfsorganisationen. Der Preis ist mit 150 000 Dollar (rund 137 000 Euro) dotiert. Damit will Dschubran Ausbildungen für Frauen, Fischer und junge Leute finanzieren, damit sie ein Auskommen finden können.

Der UNHCR-Preis ist nach dem norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen benannt, der nach dem Ersten Weltkrieg Hochkommissar für Flüchtlingsfragen beim UN-Vorläufer Völkerbund war. Finanziert wird er von den Regierungen Norwegens und der Schweiz.

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