Die Organisatoren der Proteste der vergangenen Wochen rufen zu weiteren Demonstrationen im Sudan auf.
Protestteilnehmer nehmen an einer Demonstration gegen die Übergangsregierung im Sudan teil. Foto: Marwan Ali/AP/dpa
Protestteilnehmer nehmen an einer Demonstration gegen die Übergangsregierung im Sudan teil. Foto: Marwan Ali/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Marwan Ali

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegner der neuen Übergangsregierung warfen Abdullah Hamduk Verrat vor.
  • Dieser wurde erneut als sudanesischer Ministerpräsident eingesetzt.
  • Das hat die Lage im nordostafrikanischen Land nicht beruhigt.

Die erneute Einsetzung des sudanesischen Ministerpräsidenten Abdullah Hamduk in sein Regierungsamt hat die Lage in dem nordostafrikanischen Krisenstaat nicht beruhigt: Die Organisatoren der Proteste der vergangenen Wochen rufen zu weiteren Demonstrationen auf.

Bereits nach der Vereinbarung für eine neue Übergangsregierung, die Hamduk und der Militärmachthaber General Abdel Fattah al-Burhan am Sonntag unterzeichnet hatten, gingen Demonstranten bis in die Nacht zum Montag auf die Strasse. Die Polizei setzte Tränengas ein. Für den Nachmittag war ein weiterer Protest angekündigt. Gegner der neuen Übergangsregierung warfen Hamduk Verrat vor.

«Wir werden unser Land auf den richtigen Weg zurückbringen», hatte Hamduk am Sonntag über die Vereinbarung gesagt. Sie mache den Weg zur Demokratie wieder frei. Danach darf Hamduk ein Kabinett mit zivilen Vertretern bilden. Al-Burhan wird jedoch als Anführer des Souveränen Rats gemeinsam mit Hamduk an der Spitze der neuen Übergangsregierung stehen. Dem Souveränen Rat gehören auch Vertreter des Militärs an.

Al-Burhan hatte Ausnahmezustand verhängt

Bis zu dem Putsch im Oktober standen Al-Burhan und Hamduk an der Spitze einer Übergangsregierung aus militärischen und zivilen Vertretern. Nach dem Putsch hatte Al-Burhan die Regierung aufgelöst und einen Ausnahmezustand verhängt.

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Proteste Tausender Sudanesen, die mehr Demokratie und eine zivile Regierung in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern fordern. Vor wenigen Tagen waren bei Kundgebungen für Demokratie mindestens 15 Zivilisten durch den Einsatz scharfer Munition getötet worden. Auch die internationale Gemeinschaft verlangte die Wiederherstellung der verfassungsmässigen Ordnung.

Aus der internationalen Gemeinschaft gab es positive Reaktionen auf die Vereinbarung in Khartum. Sie sei «ermutigend», hiess es etwa in einer gemeinsamen Erklärung der EU, Kanadas und der Schweiz. Gleichzeitig wurde die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert.

Mehr zum Thema:

Ausnahmezustand Regierung Protest EU