Verletzte bei Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
Rund 25'000 Menschen protestierten auf Mallorca gegen Massentourismus. Die Demo eskalierte: Mehrere Verletzte nach Polizeieinsatz.

Rund 25'000 Menschen zogen am Sonntagabend in Palma de Mallorca durch die Innenstadt, wie das «SRF» berichtet. Sie demonstrierten zum dritten Mal in Folge gegen den Massentourismus auf der spanischen Mittelmeerinsel.
Die Initiative «Menys Turisme, Més Vida» («Weniger Tourismus, mehr Leben») hatte zum Protest aufgerufen. Viele Teilnehmer trugen Plakate mit Aufschriften wie «Mallorca overbooked» oder «Keine Kapazität mehr».
Der Zeitpunkt war laut «SRF» bewusst gewählt. Ende Juli und Anfang August gelten als die Wochen mit den meisten Urlaubern auf der Insel.
Protest gegen Massentourismus auf Mallorca
Die Demonstrierenden fordern eine Begrenzung der Besucherzahl auf Mallorca, berichtet der «ORF». Die steigende Zahl der Ferienwohnungen wird für die Wohnungsnot auf der Insel verantwortlich gemacht.
Nachbarschaftsverbände und Umweltschutzgruppen führen zusätzlich Probleme wie Verschmutzung, Staus und Lärm auf den Massentourismus zurück. Ein Jahr vor den Regionalwahlen auf den Balearen wollten die Organisatoren ein politisches Zeichen setzen.
Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit bis zu 40'000 Teilnehmenden gerechnet, schreibt das «Mallorca Magazin». Die mallorquinische Polizei schätzte die Zahl der Demonstrierenden hingegen auf 25'000, die Veranstalter selbst sprachen von 70'000 Personen.
Verletzte nach Polizeieinsatz
Gegen Ende der Demonstration eskalierte die Lage auf Mallorca. Das «Mallorca Magazin» berichtet, dass die Polizei die Zugänge zur Abschlusskundgebung beim Veranstaltungsareal Ses Voltes sperrte.
Daraufhin beschimpfte eine kleinere Gruppe die Beamten, woraufhin die Polizei Schlagstöcke einsetzte, wie das «Mallorca Magazin» vor Ort beobachtete. Zeitweise waren mindestens 13 Mannschaftswagen im Einsatz.
Acht Verletzte gab es bei den Zusammenstössen, berichten spanische Medien laut dem «SRF». Zwei davon wurden in ein Krankenhaus gebracht, die übrigen Verletzten erlitten leichte Verletzungen und wurden vor Ort behandelt.
Entschuldigung der Organisatoren
Organisatorin Margalida Ramis entschuldigte sich nach den Vorfällen für die Situation, berichtet das «Mallorca Magazin». Sie kündigte an, das Abschlussmanifest für die wartenden Demonstrierenden ausserhalb des Veranstaltungsbereichs erneut zu verlesen.

Zuvor war die Demonstration über weite Strecken friedlich verlaufen, so das «SRF».
Die Ereignisse am Ende dürften die Diskussion über den Polizeieinsatz weiter anheizen, hält das «Mallorca Magazin» fest. Es handelte sich um die bislang grösste Anti-Tourismus-Demonstration auf Mallorca.
















