Präsident Bukele erklärt sich zum Sieger der Wahl in El Salvador

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    El Salvador,

    El Salvadors umstrittener Präsident Nayib Bukele hat sich zum Sieger der Präsidentenwahl in dem mittelamerikanischen Land erklärt.

    Nayib Bukele (M), Präsident von El Salvador, drückt einem Anhänger die Hand, nachdem er sich als Präsidentschaftskandidat der Partei Nuevas Ideas (Neue Ideen) angemeldet hat. Trotz eines Verfassungsverbots hat sich der Staatschef offiziell als Kandidat für eine zweite Amtszeit registrieren lassen. Foto: Salvador Melendez/AP
    Nayib Bukele (M), Präsident von El Salvador, drückt einem Anhänger die Hand, nachdem er sich als Präsidentschaftskandidat der Partei Nuevas Ideas (Neue Ideen) angemeldet hat. Trotz eines Verfassungsverbots hat sich der Staatschef offiziell als Kandidat für eine zweite Amtszeit registrieren lassen. Foto: Salvador Melendez/AP - sda - Keystone/AP/Salvador Melendez

    Er sei mit mehr als 85 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, schrieb Bukele am Sonntagabend (Ortszeit) auf der Online-Plattform X, vormals Twitter. Seine Partei Nuevas Ideas (Neue Ideen) habe zudem mindestens 58 der 60 Sitze im Parlament errungen. Offizielle Wahlergebnisse lagen zunächst nicht vor. Zur Stimmabgabe bei der Präsidenten- und Parlamentswahl waren rund 6,2 Millionen Bürger aufgerufen, darunter 741 000 Salvadorianer im Ausland.

    In einer Pressekonferenz wies Bukele den Vorwurf zurück, sein Land autokratisch zu regieren und unschuldige Menschen massenhaft inhaftieren zu lassen. «El Salvador war die Mordhauptstadt der Welt», sagte der frühere Werbefachmann. Jetzt sei es das sicherste Land der westlichen Hemisphäre. Das Wahlergebnis werde den Willen der Salvadorianer deutlich zum Ausdruck bringen.

    Nayib Bukele ist seit 2019 Präsident

    Der 42-jährige Amtsinhaber und frühere Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador ist seit 2019 Präsident und hat unter anderem die Digitalwährung Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel in El Salvador eingeführt. Im Kampf gegen die kriminellen Banden im Land, die sogenannten Maras, liess er im März 2022 den Ausnahmezustand erklären. Dadurch wurden Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit eingeschränkt. Mehr als 75 000 mutmassliche Bandenmitglieder wurden seither festgenommen, die meisten nur auf Verdacht und ohne Zugang zu Anwälten. Kritiker warnen vor einer weiteren Schwächung der Gewaltenteilung und demokratischen Kontrolle unter Bukele im kleinsten Land Mittelamerikas.

    Eigentlich untersagt die Verfassung El Salvadors die direkte Wiederwahl des Präsidenten. Regierungstreue Verfassungsrichter liessen aber Bukeles Kandidatur für eine zweite, fünfjährige Amtszeit zu. Um das Verbot zu umgehen, liess sich der Staatschef am 1. Dezember für sechs Monate beurlauben – bis zum Tag der geplanten Amtseinführung am 1. Juni. Eine loyale Beamtin übernahm währenddessen formell das politische Tagesgeschäft, Bukeles Einfluss blieb dadurch faktisch unbeschnitten. Der von der Regierungspartei dominierte Kongress hat zudem die Regeln für die Sitzverteilung im Parlament so geändert, dass das Wahlrecht nun die Mehrheitspartei bei der Vergabe der Mandate begünstigt.

    Kommentare

    Weiterlesen

    denkmal el salvador
    1 Interaktionen
    «Pakt der Mörder»
    Nayib Bukele
    3 Interaktionen
    Trotz Verbot
    Nayib Bukele
    4 Interaktionen
    Mit Gefängnis

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    309 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Dominik Hartmann
    Rickenbach SZ

    MEHR AUS EL SALVADOR

    12 Interaktionen
    San Salvador
    tonnen gold tether
    6 Interaktionen
    Ort geheim
    interpol
    1 Interaktionen
    Interpol-Einsatz
    El Salvador
    48 Interaktionen
    El Salvador