Razzia

Palästinensische Buchhändler in Jerusalem festgenommen

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Israel,

Zwei palästinensische Buchhändler wurden von der israelischen Polizei wegen des Verdachts auf Verkauf hetzerischer Literatur festgenommen.

Jerusalem israel
Blick auf Jerusalem. (Archivbild) - keystone

Die israelische Polizei hat zwei palästinensische Buchhändler im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems festgenommen. Ein Polizeisprecher sagte, sie würden verdächtigt, «Bücher mit hetzerischem Inhalt und Unterstützung von Terror zu verkaufen».

Der Besitzer des Buchladens «Educational Bookshop Jerusalem», Imad Muna, sagte der Deutschen Presse-Agentur, Polizisten seien am Sonntagnachmittag in das Geschäft gekommen. «Offensichtlich hat sich jemand über die Inhalte der Bücher beschwert», sagte Muna.

Die Polizisten hätten die Titel der Bücher in arabischer und englischer Sprache mithilfe von Google übersetzt und rund 100 Bücher beschlagnahmt. Sie hätte dann seinen Sohn Ahmed und seinen Bruder Mahmud festgenommen. Die meisten Bücher – ausser rund zehn Titeln – seien von der Polizei inzwischen wieder zurückgegeben worden.

Diplomaten besorgt über Razzia

Der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, schrieb in einem Post auf der Plattform X: «Wie viele Diplomaten schaue ich mir gerne Bücher im Educational Bookshop an.» Er kenne die Besitzer, die Familie Muna, als «friedliebende, stolze palästinensische Jerusalemer, offen für Diskussionen und intellektuellen Austausch».

Er sei besorgt über die Berichte über die Razzia und die Festnahme zweier Besitzer. Die beiden werden in einer Polizeistation in Jerusalem festgehalten. Am Vormittag sollten sie dem Haftrichter vorgeführt werden.

Umstrittene Inhalte entdeckt

Es seien mehrere Bücher mit «nationalistischen palästinensischen Themen» gefunden worden, sagte der Polizeisprecher. Darunter sei auch ein Ausmalbuch für Kinder mit dem Titel «From the Jordan to the Sea». Die auch häufig bei Demonstrationen verwendete Parole bezieht sich auf das Gebiet zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittelmeer.

Die islamistische Hamas versteht darunter, dass der Staat Israel verschwinden soll. Andere sehen es als Solidaritätsausdruck für diejenigen, die für ein Ende der israelischen Besatzung in palästinensischen Gebieten kämpfen. Der Buchladen spezialisiert sich auf palästinensische Kultur und Geschichte sowie auf die palästinensische Sichtweise des Konflikts mit Israel.

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