Nach Schlappe: Thailands Premier-Kandidat gibt nicht auf

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Thailand,

    Der pro-demokratische Kandidat Pita Limjaroenrat kämpft nach seiner Niederlage weiter um die Mehrheit für den Regierungschefposten in Thailand.

    Pita Limjaroenrat, Vorsitzender der Move Forward Party und Spitzenkandidat bei den Parlamentswahlen im Mai, reagiert während der Stimmenauszählung im Parlament. Nach seiner Schlappe bei der ersten Abstimmung über den künftigen Regierungschef Thailands ist der pro-demokratische Spitzenkandidat Pita Limjaroenrat zuversichtlich, beim nächsten Votum doch noch eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa
    Pita Limjaroenrat, Vorsitzender der Move Forward Party und Spitzenkandidat bei den Parlamentswahlen im Mai, reagiert während der Stimmenauszählung im Parlament. Nach seiner Schlappe bei der ersten Abstimmung über den künftigen Regierungschef Thailands ist der pro-demokratische Spitzenkandidat Pita Limjaroenrat zuversichtlich, beim nächsten Votum doch noch eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Foto: Sakchai Lalit/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Sakchai Lalit

    Das Wichtigste in Kürze

    • Pita Limjaroenrat zeigt sich zuversichtlich für die nächste Premier-Wahl in Thailand.
    • Der pro-demokratische Spitzenkandidat hatte bei der letzten Wahl eine Schlappe erlitten.
    • Knackpunkt für seine Unterstützung ist das umstrittene Gesetz zur Majestätsbeleidigung.

    Der pro-demokratische Spitzenkandidat Pita Limjaroenrat hat bei der ersten Abstimmung über den künftigen Regierungschef Thailands eine Schlappe erlitten. Dennoch ist er zuversichtlich, beim nächsten Votum doch noch eine Mehrheit hinter sich zu bringen.

    «Ich akzeptiere das Ergebnis, aber ich werde nicht aufgeben», zitierte ihn am Freitag die Zeitung «Bangkok Post». «Ich werde Strategien finden, um in der nächsten Wahlrunde genügend Unterstützung zu sammeln.» Das Parlament soll am nächsten Mittwoch erneut abstimmen.

    Konservative wollen an Lèse-Majesté-Gesetz festhalten

    Am Donnerstag hatte der 42-Jährige, der der einzige Kandidat war, nur 324 Stimmen von insgesamt 749 Stimmen bekommen. Für eine einfache Mehrheit wären 375 Stimmen nötig gewesen.

    Pita Limjaroenrat
    Pita Limjaroenrat, der Vorsitzende der Move Forward Party. (Archivbild) Foto: Sakchai Lalit/AP - sda - Keystone/AP/Sakchai Lalit

    Knackpunkt ist das Vorhaben von Pitas progressiver Partei Move Forward Party, das kontroverse Lèse-Majesté-Gesetz zu ändern: Das beliebte Urlaubsland bestraft Majestätsbeleidigung so hart wie kaum ein anderes Land. Der Artikel 112 sieht lange Haftstrafen vor. Dagegen gibt es in der Bevölkerung schon lange Proteste.

    Viele konservative Politiker wollen aber an dem Gesetz in seiner jetzigen Form festhalten – und verweigern Pita deshalb ihre Stimme. Chada Thaiset von der Partei Bhumjaithai, die bei der Parlamentswahl im Mai den dritten Platz belegt hatte, sagte: «Wenn wir zulassen, dass Menschen die Monarchie beleidigen, wird unser Land brennen.»

    Pita will Kurs beibehalten

    Politische Beobachter in Bangkok glauben, dass Pita deutlich mehr Stimmen gewinnen würde, wenn er von seinem harten Kurs abrücken würde. Pita betonte jedoch kurz nach dem verlorenen Votum: «Ich werde weiter darauf drängen, den Artikel zu ändern, so wie ich es versprochen habe.»

    Pita Limjaroenrat
    Pita Limjaroenrat (R) posiert für Fotos mit den Medien während einer Pressekonferenz nach der Auszählung der Stimmen bei den Parlamentswahlen im Hauptquartier der Partei in Bangkok. - keystone

    Die Move Forward Party hatte die Parlamentswahl vor zwei Monaten klar gewonnen und danach eine Koalition aus acht Parteien gebildet. Im Abgeordnetenhaus verfügt Pita damit über eine Mehrheit – wegen einer besonderen Verfassungsklausel reichen diese Stimmen aber nicht aus. Denn das mächtige Militär hatte die Verfassung nach seinem Putsch 2014 zu seinen Gunsten verändert: Über den Ministerpräsidenten stimmen neben den neu gewählten Abgeordneten auch 250 von der Armee ernannte Senatoren ab.

    Kommentare

    Weiterlesen

    pita thailand
    1 Interaktionen
    Premier-Wahl
    Thailand
    2 Interaktionen
    «Showdown»
    14 Interaktionen
    Majestätsbeleidigung

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    308 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Docmorris
    Köln/Heerlen/Steckborn
    Frauenfeld

    MEHR AUS THAILAND

    2 Interaktionen
    Bangkok
    «Villa der Versuchung»
    7 Interaktionen
    Zweite Staffel
    3 Interaktionen
    Bangkok
    7 Interaktionen
    Bangkok