Der Thurgau erforscht seine ethnografische Sammlung
Der Kanton Thurgau erforscht seit drei Jahren seine rund 3000 Exponate umfassende ethnografische Sammlung. Bis Ende Jahr sollen die ersten Sammlungsstücke in einer Online-Datenbank für die Öffentlichkeit zugänglich sein, wie der Kanton Thurgau am Montag mitteilte.

Die Objekte fanden im 19. und 20. Jahrhundert aus aller Welt den Weg in den Thurgau. Reisende, Kaufleute, Industrielle, Diplomaten und Gelehrte erwarben sie in der Ferne und brachten sie in die Heimat – von Haarnadeln über Löffel aus Tierknochen bis zu Mützen.
So kam der Kanton Thurgau in den Besitz von Gegenständen aus 30 verschiedenen Ländern. Sie werden nun laut Mitteilung erforscht. Darunter befinden sich beispielsweise rund 120 Objekte aus der Kultur der Samen, der indigenen Bevölkerung im grenzübergreifenden hohen Norden Europas. Der Frauenfelder Arzt Elias Haffter (1851 – 1909) hatte sie vorwiegend als Alltags- und Souvenirgegenstände auf seinen Reisen erworben.
Die kunstvoll gefertigten Objekte boten die Samen und Saminnen laut Mitteilung in den 1880er-Jahren den ersten Touristen von professionell geführten Reisen an. Zudem gehören auch Gegenstände von Kulturen aus Nordamerika zur Sammlung. In diesem Bereich hat nun auch die Erforschung der Objekte begonnen.
Bei etlichen Objekten fehlen dem Historischen Museum Thurgau jedoch genaue Hintergründe. Es hat daher auf seiner Website eine Liste aller Donatorinnen und Donatoren veröffentlicht und hofft dadurch, Hinweise zu den entsprechenden Personen und deren Reisen zu erhalten.
Sammlung lag lange brach
Die Sammlung des Kantons Thurgau war 1996 ins Historische und Völkerkundemuseum St. Gallen ausgelagert worden und lag knapp drei Jahrzehnte lang weitgehend brach.
Im Herbst 2023 kehrten die Objekte zurück nach Frauenfeld. Seither wird der Bestand unter der Leitung von Kuratorin Christine Süry erfasst und dokumentiert.






