MSF: Massiver Anstieg mangelernährter Kinder in Afghanistan
Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) verzeichnet einen «alarmierenden Anstieg» mangelernährter Kinder im Süden Afghanistans.

Ernährungszentren, die die Organisation in der Region unterstützt, verzeichneten im ersten Quartal des Jahres 30 Prozent mehr Einweisung mangelernährter Kinder als im Vorjahreszeitraum, wie es in einer Stellungnahme hiess.
«Die Kinder kommen viel zu spät zu uns und befinden sich oft bereits in einem kritischen Zustand mit vermeidbaren medizinischen Komplikationen», sagte Ana Lilia Banda, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen im Süden Afghanistans, laut der Mitteilung. Die meisten eingewiesenen Kinder seien jünger als ein Jahr alt.
Am Mittwoch hatte der stellvertretende Pressesprecher der in Kabul regierenden Taliban, Hamdullah Fitrat, einen separaten Bericht einer Kinderrechtsorganisation zurückgewiesen. Die Regierung des Landes bekenne sich zum Schutz von Kinderrechten, sagte er laut dem afghanischen Fernsehsender Tolonews.
MSF beklagt insbesondere eine erhebliche Kürzung internationaler Fördermittel für Afghanistan. Damit zusammenhängende Schliessungen von Gesundheitseinrichtungen im Land erschwerten die Früherkennung von Mangelernährung. Die Lage werde durch wiederkehrende Dürren verschärft.
Seit der erneuten Machtübernahme der Taliban im Sommer 2021 hatten internationale Geberländer ihre Beiträge zu humanitären Programmen dort massiv gekürzt. Afghanistan gilt als eines der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Länder weltweit.
Am Dienstag waren zum ersten Mal Vertreter der islamistischen Taliban von der EU-Kommission zu Gesprächen in Brüssel empfangen worden. Bei dem Austausch auf «technischer Ebene» ging es um die Abschiebungen von Afghanen in ihre Heimat, wie die Europäische Kommission bestätigte. Die Gespräche kämen nicht einer Anerkennung der Taliban gleich, betonte die Behörde.










