Mexiko-Ticker: Hier jagt das Militär Drogenboss «El Mencho»
Nach dem Tod von Kartellchef «El Mencho» versinkt Mexiko in einer neuen Welle der Gewalt. Mit Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
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Das Wichtigste in Kürze
- Mexikanische Sicherheitskräfte töteten «El Mencho» bei einer grossen Spezialoperation.
- Der Einsatz und anschliessende Kämpfe lösten landesweit schwere Gewaltausbrüche aus.
- Der Schlag gegen das Kartell könnte den Machtkampf im Drogenmilieu weiter verschärfen.
- Die aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.
Nach der Tötung des mutmasslich mächtigsten Drogenbosses Mexikos herrscht in Mexiko Ausnahmezustand. Nemesio Oseguera (†59), genannt «El Mencho», wurde bei einer gross angelegten Militäraktion im Bundesstaat Jalisco gestellt und starb kurz darauf an seinen Verletzungen.
Anschliessend kam es zu massiven Gewaltausbrüchen, Angriffen auf Sicherheitskräfte und schweren Gefechten zwischen Kartellmitgliedern und Armee. Bandenmitglieder errichteten rund 250 Strassenblockaden in 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten.
Auch Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Zu Zwischenfällen kam es auch in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fussball-Weltmeisterschaft 2026 ist.
Laut Regierung forderten der Einsatz und die anschliessende Eskalation bereits mindestens 74 Tote, darunter 25 Soldaten der Nationalgarde. Inzwischen wurde in den von der Gewalt betroffenen Gebieten die Sicherheit weitgehend wiederhergestellt, vereinzelt kam es jedoch noch zu Zwischenfällen.
Die aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker:
Video zeigt Jagd des Militärs auf Drogenboss «El Mencho»
11.15: Der Nachrichtensender CNN hat ein Video auf Telegram verifiziert, das die Soldaten beim tödlichen Einsatz gegen «El Mencho» zeigt (Video oben).
Zu sehen sind dutzende uniformierte Personen, die breit verteilt einen Hügel hinaufsteigen. Ebenfalls erkennbar ist ein Fahrzeug, das nach oben fährt.

Gemäss CNN befand sich der Drogenboss wahrscheinlich in jenem Waldgebiet nahe der Stadt Tapalpa, wo sich auch eine Ferienanlage befindet. Diese wurde 2015 und 2017 erneut von den USA sanktioniert.
Der Grund: «Materielle Unterstützung der Drogenhandelsaktivitäten» des Jalisco-Kartells.

Beim Einsatz umstellten die mexikanischen Soldaten den Ort, in dem sich «El Mencho» befand. Als sie näherrückten, gerieten sie unter Beschuss.
Zwei Soldaten wurden verletzt, acht Kartellmitglieder getötet, sagte Mexikos Verteidigungsminister Ricardo Trevilla.

Nemesio Oseguera flüchtete mit Begleitern in den Wald, wurde dort aber von Spezialkräften gestellt und tödlich verletzt.
Oseguera und zwei seiner ebenfalls verletzten Bodyguards deshalb schnell evakuiert werden, um zu überleben. Doch während des Helikopterflugs in Richtung Spital verstarben alle drei.
Geliebte führte Ermittler zu «El Mencho»
04.00: Neue Details zeigen, wie die Behörden dem Kartellchef auf die Spur kamen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Ricardo Trevilla Trejo (65) erhielten die Sicherheitskräfte bereits am 20. Februar Hinweise auf den Aufenthaltsort von Nemesio Oseguera (†59).
Demnach konnten Ermittler einen Vertrauten einer Geliebten des Drogenbosses identifizieren. Dieser brachte die Frau zu einem Anwesen in der Ortschaft Tapalpa, wo sie den CJNG-Anführer traf.

Als die Frau das Gebäude einen Tag später wieder verliess, gingen die Behörden davon aus, dass sich «El Mencho» weiterhin dort versteckte. Die Beobachtungen lieferten den entscheidenden Ansatzpunkt für die weitere Planung.
In der Folge wurden Militärkräfte zusammengezogen, darunter Einheiten der Nationalgarde, Luftlandetruppen sowie Helikopter zur Unterstützung aus der Luft.

Die endgültige Bestätigung über den Aufenthaltsort kam laut Regierung am Abend des 22. Februar über einen Informationsaustausch mit dem Nordkommando der USA.
Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) betonte jedoch, es habe keine Beteiligung US-amerikanischer Streitkräfte gegeben, die Operation sei vollständig von mexikanischen Behörden geplant und durchgeführt worden.
Keine Ausländer gestorben – 74 tote Mexikaner
02.12: Bei den Unruhen in Mexiko sind keine Ausländer ums Leben gekommen. «Derzeit liegen uns keine Berichte über verletzte Ausländer vor», teilte das mexikanische Aussenministerium mit.
Es gab jedoch zahlreiche mexikanische Opfer: Mindestens 74 Menschen kamen bei Attacken des Kartells ums Leben, darunter 25 Mitglieder der Nationalgarde. Soldaten räumten am Montag mit verbrannten Autos blockierte Strassen.

Laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla hatte ein krimineller Anführer, der später getötet wurde, seinen Gefolgsleuten sogar 20'000 Pesos (rund 900 Franken) für jeden getöteten Soldaten angeboten.
Normalität kehrt vielerorts allmählich zurück
Inzwischen wurde in den von der Gewalt betroffenen Gebieten die Sicherheit weitgehend wiederhergestellt, vereinzelt kam es jedoch noch zu Zwischenfällen. In der bei Touristen beliebten Karibikregion der Halbinsel Yucatán wurden präventiv rund 10'000 Soldaten und Polizisten zur Bewachung eingesetzt.

Dort befinden sich Ferienziele wie Cancún, Tulum und Isla Mujeres. «Die Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität», sagte die Gouverneurin des Bundesstaats Quintana Roo, Mara Lezama.
Alle Aktivitäten laufen ihren Angaben zufolge normal weiter, einschliesslich Schulen, Spitäler, Flughäfen, Strassen, Häfen und öffentlicher Einrichtungen.
Touristen sitzen in Puerto Vallarta und Guadalajara fest
21.37: Mehrere Fluggesellschaften haben ihre Flüge in einigen Städten in Mexiko aufgrund der Unruhen im Land nach dem Tod des Kartellchefs «El Mencho» gestern gestrichen.
Infolgedessen sitzen Touristen in beliebten Gebieten wie Puerto Vallarta und Guadalajara fest und können nicht nach Hause zurückkehren, wie «CNN» berichtet.

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte laut dem Sender, dass die Fluggesellschaften einige Flüge als «Vorsichtsmassnahme» eingestellt hätten, insbesondere nach Puerto Vallarta.
«Wir gehen davon aus, dass im Laufe des Tages oder spätestens morgen alle Flüge wieder aufgenommen werden», sagte Scheinbaum. Viele Flüge zu anderen Zielen wie Cancún, Los Cabos und Mexiko-Stadt finden weiterhin statt, teilten verschiedene Fluggesellschaften gegenüber «CNN» mit.













