Die Sahelzone wird von Konflikten, Klimawandel und Fluchtbewegungen gebeutelt. Bald werden mehr als 10,5 Millionen Menschen von Hunger betroffen sein.
burkina faso
Ein unterernährtes Kind wartet auf seine Behandlung in einem Spital in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut ICRC sind mehr als 10,5 Millionen Menschen in der Sahelzone von Hunger bedroht.
  • Konflikte, Fluchtbewegungen und der Klimawandel verschärfen die Situation zunehmend.

Mehr als 10,5 Millionen Menschen in der Sahelregion sind dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (ICRC) zufolge in den kommenden Monaten von Hunger bedroht. Es handelt sich dabei um sogenannten grünen Hunger. Heisst, die Vorräte sind aufgebraucht, aber die neue Ernte steht noch nicht zur Verfügung. Diese Situation werde durch Konflikte und Fluchtbewegungen verschärft, warnte das ICRC am Donnerstag.

In den westafrikanischen Ländern Mali, Burkina Faso, Niger und Mauretanien seien mindestens zwei Millionen Menschen auf der Flucht. In Burkina Faso kommt es immer wieder zu Anschlägen durch Islamisten.

Sahelzone besonders stark vom Klimawandel betroffen

Besonders dramatisch sei die Situation in Burkina Faso. Dort hätten 1,8 Millionen Menschen ihr Zuhause verlassen, um in anderen Landesteilen oder den Nachbarländern Sicherheit zu finden. Das ist rund ein Zehntel der Bevölkerung.

Dorfbewohner ohne Zugang zu ihren Feldern oder Herden seien dringend auf Hilfe angewiesen, könnten aber teilweise nicht von Hilfsorganisationen erreicht werden. Hinzu komme, dass der Sahel zu den besonders vom Klimawandel betroffenen Regionen gehört. Eine der schwersten Dürren seit Jahrzehnten hat zu starkem Rückgang der Ernteerträge geführt.

«In manchen Gebieten von Burkina Faso müssen die Menschen 72 Stunden warten, um Zugang zu einer Wasserstelle zu haben», sagte ICRC-Afrika-Direktor Patrick Youssef. «Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, könnten Menschen und Tiere vor Durst sterben.»

Mehr zum Thema:

Klimawandel