Nach der Einführung der Impfpflicht wird Macron auf Twitter kritisiert. Im letzten Dezember versprach er noch, dass die Impfung nicht obligatorisch wird.
Macron
Macron erhält viel Kritik, auch von Gegnerin Le Pen. - Keystone, dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Emmanuel Macron wird wegen der Impfpflicht hart kritisiert.
  • Diktatorenvergleiche und Lügenvorwürfe machen auf Twitter die Runde.
  • Auch Marine Le Pen findet den Entscheid schlecht und teilt dies mit.

Am Montagabend verkündete Emmanuel Macron die teilweise Impfpflicht in Frankreich. Das Personal in Spitälern und Pflegeheimen muss sich ebenso wie Angestellte mit Kontakt zu Risikopatienten impfen lassen. Bis am 15. September haben die Betroffenen Zeit.

Kurz später fügte Gesundheitsminister Olivier Véran an, dass es für ungeimpftes Gesundheitspersonal Konsequenzen geben werde: «Pflegekräfte ohne Impfung können dann nicht mehr arbeiten und werden nicht mehr bezahlt.»

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Die Ankündigung und die Drohung haben zunächst schnell gewirkt. Kurz danach meldete das Buchungstool für die Impfung auf Twitter einen Rekord: Rund 20'000 Termine werden vereinbart– pro Minute. Daran dürften auch die weiteren Massnahmen, die Macron verkündete, ihren Anteil haben.

So sind Besuche in Kinos, Bars und Einkaufszentren ab August nur noch mit einem Zertifikat möglich. Dafür muss man geimpft, genesen oder getestet sein. PCR-Tests werden aber ab Herbst kostenpflichtig, sofern sie nicht verschrieben werden.

In den Sozialen Medien finden die neuen Massnahmen nur wenig Anklang. Schnell werden Diktatorenvorwürfe laut, Macrons Bilder neben jene von Kim Jong-Un und Josef Stalin gestellt.

Auch Marine Le Pen, die mögliche Herausforderin Macrons bei den nächsten Präsidentschaftswahlen, kritisiert den Entscheid: Nachdem man vor kurzem dem Gesundheitspersonal applaudiert hätte, werde ihm nun gedroht. «Was für eine Undankbarkeit!»

Immer wieder wird Macron der Lüge bezichtigt: Kurz nach Weihnachten bestätigte er auf Twitter, dass «der Impfstoff nicht obligatorisch wird». Der Hashtag #MacronMenteur («Macron, der Lügner») macht die Runde.

Damals rief er aber auch dazu auf, den Ärzten zu vertrauen und sich von Vernunft und Wissenschaft leiten zu lassen. Weil aber das Zuckerbrot nicht gewirkt habe, greife Macron nun zur Peitsche, so ein Twitter-User.

Auf Twitter erfährt Macron aber nicht nur Kritik und Anschuldigungen. Mehrere Nutzer begrüssen den Entscheid auch, versprechen ihm ihre Stimme bei den nächsten Wahlen.

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