Junge Erwachsene hoffen auf Familie und fürchten um Karriere
Private Hoffnungen, globale Sorgen: Eine Zürcher Studie zeigt, was 24-Jährige bewegt. Im Fokus stehen Familie, Karriere und das Weltgeschehen.

Ein Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Zürich hat für die Studie schriftliche Antworten von über tausend 24-Jährigen aus dem Raum Zürich analysiert. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift «Journal of Affective Disorders» veröffentlicht.
Die Auswertung ergab, dass die Hoffnungen der jungen Erwachsenen sich oft auf den zwischenmenschlichen Bereich beziehen. Am häufigsten genannt wurden Themen wie «Familie & Elternschaft» (17,1 Prozent), gefolgt von «Arbeit & Karriere» (16,6 Prozent) und «Menschheit & Gesellschaft» (16,1 Prozent).
Bei den Sorgen dominierten hingegen berufliche und globale Themen. An erster Stelle standen Sorgen um «Karriere & Ausbildung» (18,4 Prozent). Darauf folgten «Globale Themen, Umwelt & Politik» (12,2 Prozent). Dazu zählten politische Unsicherheit, Umweltbedenken und globale Ungerechtigkeit. Die dritthäufigste Sorge betraf Lebensziele und psychische Gesundheit (11,4 Prozent), wie die Angst vor dem Scheitern oder vor falschen Entscheidungen.
Die Auswertung zeigte auch soziodemografische Unterschiede. Frauen nannten häufiger Hoffnungen im Zusammenhang mit Familie und Elternschaft sowie Sorgen über Verlust und Einsamkeit. Männer äusserten öfter Hoffnungen bezüglich Finanzen und Unabhängigkeit.
Teilnehmende mit einem höheren sozioökonomischen Status berichteten häufiger von Hoffnungen und Sorgen im Bereich Karriere und Beziehungen sowie von Sorgen über den Klimawandel. Hoffnungen und Sorgen bezüglich Familie und Elternschaft waren bei ihnen seltener.
Die Studie untersuchte auch den Zusammenhang mit psychischen Belastungen. Personen mit mehr Symptomen von Angst oder Depression sorgten sich häufiger um Finanzen und zwischenmenschliche Beziehungen. Gleichzeitig nannten sie seltener globale Sorgen wie den Klimawandel oder Kriege.
Die Autorinnen und Autoren der Studie weisen darauf hin, dass die Datenerhebung im Frühjahr und Sommer 2022 stattfand. Dieser Zeitraum war durch die Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie und den Beginn des Krieges in der Ukraine geprägt, was die Antworten der Teilnehmenden beeinflusst haben dürfte.






