Lettland erinnert an Barrikaden-Tage vor 35 Jahren
Lettland hat mit mehreren Gedenkveranstaltungen an die Barrikaden-Tage vor 35 Jahren erinnert.

Hunderttausende Menschen verschanzten sich damals tagelang in der Altstadt von Riga und schützten wichtige Gebäude in der Hauptstadt der damals abtrünnigen Sowjetrepublik vor sowjetischen Truppen. Fünf Menschen starben, als am 20. Januar 1991 Spezialeinheiten das Innenministerium stürmten.
In Gedenken an die Opfer und die damaligen Ereignisse legte die Staatsführung des heutigen EU- und Nato-Landes Blumen an den historischen Schauplätzen nieder. Lettlands Präsident Edgars Rinkevics betonte unter Verweis auf Russlands Aggression in der Ukraine, dass Freiheit, Demokratie und Meinungsfreiheit nicht selbstverständlich seien.
«Wir sehen einmal mehr, dass wir für die Grundwerte eintreten müssen, die schon vor 35 Jahren wichtig waren», sagte er bei einer Gedenkveranstaltung. Auch Regierungschefin Evika Silina verwies auf die Solidarität und den Zusammenhalt bei den Barrikaden. Damals habe sich gezeigt, dass der Wille und die Entschlossenheit des Volkes stärker als Soldaten und Waffen sein können, sagte sie.
Die sogenannten Barrikaden-Tage gelten als ein wichtiges Ereignis auf dem Weg der baltischen Staaten in die Unabhängigkeit von der Sowjetunion, der die drei Länder nach dem Zweiten Weltkrieg gezwungenermassen angehörten. Errichtet wurden die Barrikaden in Riga nach dem «Blutsonntag» von Vilnius im benachbarten Litauen. Dort waren in der Nacht zum 13. Januar 1991 14 Zivilisten getötet und Hunderte verletzt worden, als sie den Fernsehturm vor der Erstürmung durch eine sowjetische Spezialeinheit schützen wollten.
In Lettland rief daraufhin die für die Unabhängigkeit eintretende Volksfront zum kollektiven Widerstand auf. Die Barrikaden in Riga blieben bis zum 27. Januar bestehen.










