Ein Gericht in der Elfenbeinküste hat am Mittwoch vier Männer aus Mali wegen ihrer Beteiligung an einem Angriff im Urlaubsort Grand-Bassam vor sechs Jahren zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.
Die Verurteilten auf der Anklagebank
Die Verurteilten auf der Anklagebank - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Männer aus Mali verurteilt.

Das Gericht in der Metropole Abidjan befand die vier «der Taten, derer sie angeklagt sind, schuldig», verkündete Richter Charles Bini. Unter den 19 Menschen, die bei dem Anschlag ums Leben kamen, war auch die damalige Leiterin des Goethe-Instituts in Abidjan, Henrike Grohs.

In der Hafenstadt Grand-Bassam in der Nähe Abidjans hatten am 13. März 2016 mehrere schwerbewaffnete Männer das Feuer auf Badegäste am Strand eröffnet und drei angrenzende Hotels angegriffen. Das Blutbad dauerte 45 Minuten und endete erst, als ivorische Sicherheitskräfte die Angreifer erschossen. Die Islamistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannte sich zu den Angriffen.

Dutzende Menschen wurden im Anschluss an den Anschlag festgenommen. 18 wurden in der Elfenbeinküste unter anderem wegen Terrorismus, Mord, versuchtem Mord und illegalen Waffenbesitzes angeklagt. Die vier nun Verurteilten sollen den Angreifern geholfen haben. Einer von ihnen gab an, als Fahrer für den mutmasslichen Drahtzieher des Anschlags, Kounta Dallah, gearbeitet haben.

Die 14 übrigen Angeklagten befinden sich entweder auf der Flucht oder werden in Mali festgehalten. Sieben von ihnen wurden am Mittwoch in Abwesenheit zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt und die restlichen sieben freigesprochen.

Der Anschlag in Grand-Bassam war der erste auf touristische Ziele in der Elfenbeinküste. Die rund 40 Kilometer östlich von Abidjan gelegene 80.000-Einwohner-Stadt mit ihren Kolonialbauten gehört zum Weltkulturerbe und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

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