Während eines live ausgestrahlten Interviews im spanischen Fernsehen zu den Protesten in Kuba ist eine YouTuberin anscheinend festgenommen worden.
Nach den Protesten in Kuba - Venezuela
Demonstranten schwenken Fähnchen von Kuba während einer Kundgebung vor der kubanischen Botschaft in Venezuela zur Unterstützung der Regierung der Insel. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein spanischer TV-Sender führte mit einer kubanischen YouTuberin ein Live-Interview.
  • Thema waren die Proteste in Kuba: «Wir brauchen Hilfe. Hier werden die Leute umgebracht.»
  • Mitten in der Sendung wurde die Frau, die sich Dina Stars nennt, plötzlich verhaftet.

Mitten in der Sendung «Todo es Mentira» des spanischen Senders Cuatro am Dienstag unterbrach die junge Frau, die sich Dina Stars nennt, plötzlich einen anderen Gast und sagte: «Die Sicherheitskräfte sind da draussen.» Die Kubanerin ging an die Tür ihrer Wohnung in Havanna, trat kurz darauf wieder vor die Kamera und erklärte, sie werde mitgenommen. «Ich mache die Regierung dafür verantwortlich, was auch immer mit mir passiert», sagte sie.

Zuvor hatte Dina Stars in dem Interview zu den Demonstrationen, die am Sonntag ausgebrochen waren, gesagt: «Wir brauchen Hilfe. Hier werden die Leute umgebracht.» Die Menschen hätten nichts mehr zu verlieren, betonte sie. »Die Leute in Kuba sterben - entweder verhungern sie oder sie werden krank, weil es keine Medikamente gibt, oder sie werden in einer Demonstration umgebracht.«

Die Protestbewegung San Isidro meldete bis Dienstag 144 Festnahmen
Die Protestbewegung San Isidro meldete bis Dienstag 144 Festnahmen - AFP

Am Sonntag hatten Tausende Kubaner in zahlreichen Städten gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung durch die autoritäre Regierung demonstriert. Das hatte es seit Jahrzehnten in dem Karibikstaat nicht mehr gegeben. Kubas Wirtschaft leidet stark unter dem Einbruch des Tourismus in der Pandemie sowie unter US-Sanktionen.

havanna demonstration
Anti-Regierungs-Demonstranten versammeln sich am Maximo-Gomez-Denkmal in Havanna, Kuba. - sda - Keystone/AP/Eliana Aponte

Wie in Videos zu sehen war, wendeten die Sicherheitskräfte Gewalt an. Nach Angaben von Aktivisten und Journalisten gab es Tote und Verletzte - offizielle Zahlen wurden dazu nicht veröffentlicht. Laut Amnesty International wurden mindestens 115 Menschen festgenommen, darunter prominente Dissidenten und Journalisten. Dutzende Menschen galten als verschwunden.

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