Krieg

    Kritik an Israel: «Opfer hatten nichts mit Krieg zu tun»

    Simon Binz
    Simon Binz

    Palestina,

    Israel hat nach eigenen Angaben eine Hamas-Zentrale in einer Moschee zerstört. Berichten zufolge könnten dort jedoch Flüchtlinge Zuflucht gesucht haben.

    Israel
    In der Nacht auf Sonntag hat Israel nach eigenen Angaben weitere Kommandozentralen der Hamas in Zentralgaza zerstört. Dabei kamen nach arabischen Berichten mindestens 24 Menschen ums Leben. - Screenshot/SRF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Israel sagt, dass sich in einer angegriffenen Moschee, eine Hamas-Kommandozentrale befand.
    • Überlebende widersprechen diesen Aussagen und sprechen von einem Zufluchtsort.

    In der Nacht auf Sonntag hat die israelische Armee in Zentralgaza nach eigenen Angaben erneut Kommandozentralen der Hamas angegriffen. Eine habe sich in Deir al-Balah in einem Gebäude befunden, in dem früher eine Schule gewesen sei, heisst es. Eine andere Kommandozentrale habe sich in demselben Gebiet in einem Gebäude befunden, das früher als Moschee gedient habe.

    Mehrere Bomben haben die israelischen Militärjets auf die beiden Ziele abgeworfen. Arabischen Berichten zufolge kamen dabei mindestens 24 Menschen ums Leben, rund 100 sollen verletzt worden sein. Israels Armee erklärte, man habe vor den «präzisen» Angriffen zahlreiche Massnahmen ergriffen, um die Gefahr für Zivilisten zu mindern. Ausserdem wurde betont, dass die attackierten Gebäude der Hamas zur Planung und Ausführung von Terroranschlägen gedient hätten.

    Glaubst du, dass sich die Lage im Nahen Osten eines Tages entschärfen wird?

    Dieser Darstellung widerspricht teilweise ein Bericht der Nachrichtenagentur AP. Dort heisst es, in der Moschee hätten Flüchtlinge Zuflucht gesucht. Auch in einem Beitrag der Hauptausgabe der «Tagesschau» auf SRF heisst es: In der ehemaligen Moschee sollen Kriegsvertriebene Unterschlupf gefunden haben.

    Vor Ort sagt Hamza al-Kurd, selbst ein Vertriebener aus Dschabalia, als er über die Moschee spricht: «Sie beherbergte Vertriebene, Obdachlose, die ihre Angehörigen und Kinder verloren haben. Sie suchten nur einen Platz zum Schlafen. Die Moschee war für sie die beste Option. Diese Menschen hatten nichts mit dem Krieg zu tun.»

    israel gaza angriff
    Hamza al-Kurd, ein Vertriebener aus Dschabalia, sagt, dass in der von Israel zerbombten Moschee lediglich Vertriebene Zuflucht gesucht hätten. Israel wiederum behauptet, dass es sich um eine Kommandozentrale der Hamas handelte. - Screenshot/SRF

    Weder die palästinensischen Berichte noch die Angaben der israelischen Streitkräfte lassen sich unabhängig überprüfen.

    Israel startet eine neue Bodenoffensive in Nord-Gaza

    Neben dem Angriff auf die mutmasslichen Hamas-Kommandozentralen wurde eine neue Bodenoffensive im Norden des Küstenstreifens gestartet. Panzerverbände seien in der Nacht auf Sonntag in das Gebiet von Dschabalia im Nordosten Gazas vorgerückt. Das Gebiet sei eingekesselt worden, heisst es aus Israel. Die Armee ginge dort gegen die Hamas vor, die versuche sich in der Region neu zu gruppieren.

    Israel Offensive Gaza
    Youssef Qarmoot ist verzweifelt, der Palästinenser weiss nicht mehr, wohin er mit seiner Familie noch flüchten soll, nachdem Israel eine neue Bodenoffensive in Nord-Gaza gestartet hat. - Screenshot/SRF

    Die Armee von Israel hatte Evakuierungswarnungen ausgesprochen. Für die Zivilisten seien zwei Fluchtrouten in den Norden und in den Süden wieder geöffnet worden. Betroffen sind potenziell rund 200'000 bis 300'000 Menschen.

    Youssef Qarmoot, ein Vertriebener, sagt in dem Beitrag der «Tagesschau», dass er nicht mehr wisse, wo er noch hin solle. «Die israelische Armee gibt uns keine klaren Anweisungen, wir weigern uns in den Süden zu gehen. Lieber sterbe ich hier mit meinen Kindern, als dort hin zu gehen», so der Mann verzweifelt.

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    Kommentare

    User #5192 (nicht angemeldet)

    Wie viel Geld bekommt Nau von Israel? Medien sollten ihre Finanzen offen legen ! Zu viel Korruption in dieser Branche

    User #3415 (nicht angemeldet)

    Aber auf anderer Seite dürfen die Menschen auf der Strasse abstechen oder auf einem Festival rumballern? Es ist beides falsch aber "wie man in den Wald hineinruft...."

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