Kirgistan: Bürgerrechtler beklagen Razzien gegen unabhängige Medien

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Kirgisistan,

    Bürgerrechtler kritisieren das Vorgehen der Behörden gegen unabhängige Medien in Kirgistan.

    Kirgistan
    Demonstranten schwenken der kirgisischen Fahnen. (Archivbild) Foto: Vladimir Voronin/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Vladimir Voronin

    Bürgerrechtler haben das Vorgehen der Behörden in der zentralasiatischen Republik Kirgistan gegen unabhängige Medien als Beeinträchtigung der Pressefreiheit kritisiert. Die Repressionen gegenüber Medien und Journalisten müssten sofort gestoppt werden, forderte die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einer Pressemitteilung am Dienstag. In den vergangenen Tagen durchsuchten Polizei und Geheimdienst die Büroräume unabhängiger Presseorgane und verhörten mehrere Journalisten.

    Betroffen ist unter anderem das bekannte Internetportal «24.kg», dessen Büroräume der Geheimdienst am Montag nach einer Hausdurchsuchung versiegelte. Computer und Festplatten wurden wegen des Vorwurfs der angeblichen «Kriegspropaganda» beschlagnahmt. Die Verlagsführung wurde stundenlang verhört. Welche Veröffentlichung der Auslöser für die Aktion war, ist unklar.

    Politische Unruhen als Hintergrund

    Am Dienstag traf eine ähnliche Aktion der Behörden unter anderem auch die Mitarbeiter des oppositionellen Kanals Temirov Live. Nach Angaben der zum Verhör abgeführten Chefredakteurin Machabat Taschibek Kysy hat das Vorgehen mit kritischen Berichten über Innenminister Ulanbek Nijasbekow zu tun.

    Laut Innenministerium stehen die Hausdurchsuchungen und Verhöre im Zusammenhang mit Aufrufen zu Massenunruhen. Kirgistan ist einer der ärmsten Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und politisch von Instabilität gekennzeichnet. Mehrfach gab es in der Vergangenheit politische Umstürze.

    Der derzeitige Präsident Sadyr Schaparow kam infolge von Protesten nach der Parlamentswahl 2020 zunächst aus dem Gefängnis und dann an die Macht.

    Kommentare

    Weiterlesen

    9 Interaktionen
    Nach sechs Tagen

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    188 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Erdöl
    Nach September-Hoch
    Fidschi
    1 Interaktionen
    Von Industriestaaten

    MEHR AUS KIRGISISTAN

    Wladimir Putin
    12 Interaktionen
    Bischkek
    Wladimir Putin
    37 Interaktionen
    Gebietsgewinne
    nestlé zwangsverwaltung
    2 Interaktionen
    Ukraine-Krieg
    Kremlchef Wladimir Putin
    6 Interaktionen
    Treffen