100-Kilo-Mann will Flughafen-Polizist in Wien Sturmgewehr entreissen
Aufruhr am Wiener Flughafen: Ein Mann will einem Polizisten das geladene Sturmgewehr entreissen. Für Diskussionen sorgt auch die Reaktion einer Polizistin.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Mann versucht am Flughafen Wien, einem Polizisten ein Sturmgewehr zu entreissen.
- Eine Polizistin steht daneben und ruft Verstärkung, greift jedoch nicht ein.
- Das sorgt in Österreich für Diskussionen. In der Polizei wächst die Nervosität.
- Denn: Ein Polizist wurde bestraft, weil er einen renitenten Mann bei der Festnahme schlug.
Hochspannung am Wiener Flughafen: Ein Mann soll versucht haben, einem Polizisten mitten in der Terminal-Halle sein geladenes Sturmgewehr zu entreissen.
Ereignet hat sich der Vorfall, über den die «Krone» nun berichtet, im Februar. Ein rund 100 Kilo schwerer, psychisch auffälliger Mann aus Lettland greift in der Terminal-Halle einen Polizisten an.
Er versucht, ihm sein geladenes Sturmgewehr zu entreissen.
Die Situation eskaliert sofort. Es kommt zu einem Kampf auf engstem Raum – das Gewehr ist mit 30 Schuss geladen.
Erst Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes können den Angreifer überwältigen. Nur Sekunden, bevor der Abzug des Gewehrs hätte ausgelöst werden können.
Polizistin greift nicht ein – aus Angst vor Konsequenzen?
Überwachungsaufnahmen, die der österreichischen Zeitung vorliegen, zeigen: Eine Polizistin steht daneben und ruft zwar Verstärkung. Doch selbst greift sie nicht ein.
Die «Krone» spekuliert, die Reaktion könnte mit einem Vorfall zu tun haben, der sich ebenfalls am Wiener Flughafen abgespielt hatte.
Damals schlich sich ein Afghane ohne Flugticket unbemerkt durch die Sicherheitskontrolle. Just währenddem in der Nähe das Check-in für einen Flug nach Israel lief.
Die Lage wurde sofort als hochsensibel eingestuft, da unklar war, ob der Mann eine Waffe trug. Mehrere Versuche, ihn festzunehmen, scheiterten.
Polizist ohrfeigte renitenten Mann – Geldstrafe
Im Gerangel ohrfeigte ihn schliesslich ein Polizist mit der flachen Hand. Laut Einsatzprotokoll ein Mittel «zur Durchsetzung der Festnahme».
Später sagte der Verdächtige im Verhör: «Ich habe kein Geld und keine Familie. Ich wollte heimfliegen.»
Und die Ohrfeige hatte Konsequenzen. Die Bundesdisziplinarbehörde sprach den Polizisten der «Misshandlung» schuldig. Er musste umgerechnet rund 5000 Franken Geldstrafe bezahlen – rund zwei Monatsgehälter.

Innerhalb der Polizei sorgt das für massive Kritik und Unverständnis. Die Nervosität wächst.
Ein Beamter erklärt gegenüber der Zeitung: «Der nächste gefährliche Vorfall kommt bestimmt. Und was dann?»




















