Israels Armee zerstört Haus im besetzten Westjordanland
Knapp drei Wochen nach einer tödlichen Konfrontation im Westjordanland hat die israelische Armee das Haus eines daran beteiligten Palästinensers demoliert.

Videoaufnahmen zeigten, wie das dreistöckige Gebäude in dem Dorf Tell in der Nähe von Nablus durch Sprengung zum Einsturz gebracht wurde. Das Militär äusserte sich zunächst nicht.
Der Besitzer des Hauses war im vergangenen Monat bei Konfrontationen mit israelischen Siedlern und Soldaten getötet worden. Nach Darstellung der israelischen Armee hatte er die Waffe einer Sicherheitskraft entwendet und das Feuer auf Israelis eröffnet. Ein Offizier und ein Mitglied der Zivilverteidigung seien getötet worden. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden bei dem Vorfall insgesamt vier Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten getötet.
Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen getötet. Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen.
Das palästinensische Aussenministerium erklärte, die Eskalation von «Siedler-Terrorismus» sei eine direkte Folge des Schutzes, des politischen Rückhalts und einer vollständigen Straffreiheit, die Regierung und Armee gewährten.
Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israel lehnt dies ab.














