Iran-Ticker: Ober-Mullah Modschtaba Chamenei nicht bei Bewusstsein
Der Krieg zwischen dem Iran und den USA, Israel sowie den Golfstaaten dauert an. Wie und wann Donald Trump den Krieg zu beenden gedenkt, ist unklar.

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA und Israel greifen weiterhin Ziele im Iran an.
- Teheran hält derweil die Strasse von Hormus geschlossen, die Ölpreise steigen.
- Trump hat dem Regime ein neues Ultimatum gegeben – eine Einigung scheint in weiter Ferne.
- Mit dem Ticker von Nau.ch bleibst du auf dem Laufenden.
Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an. Das Land reagiert mit Gegenschlägen, auch auf die Golfstaaten und der Sperrung der Strasse von Hormus. Das führt zu höheren Ölpreisen und grosser Unsicherheit.
Am Sonntag hatte Donald Trump der iranischen Führung erneut mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis um 2 Uhr am Mittwochmorgen (Schweizer Zeit) nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Strasse von Hormus zwar zum dritten Mal zu verschieben. Doch die Drohungen werden schärfer.
Bei einer Presserkonferenz am Montag (Ortszeit) doppelte der US-Präsident ausserdem nach und drohte: «Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein.»
Trump drohte mit der massiven Zerstörung von Kraftwerken und Brücken. Irans Armee wies die «arrogante Rhetorik» von Trump in einer ersten Reaktion zurück.
Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung im Nahen Osten:
Mindestens 18 Tote bei Luftangriffen in iranischer Provinz
10.39: Nahe der iranischen Hauptstadt Teheran sind in einer angrenzenden Provinz mindestens 18 Menschen bei Luftangriffen getötet worden.

Weitere 24 Bewohner der Provinz Albors seien bei den israelisch-amerikanischen Attacken verletzt worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die Bombardierungen trafen Wohngebiete, wie der Vizegouverneur in Albors erklärte. Rettungskräfte seien rund um die Uhr im Einsatz.
Flughafen im Westen Irans Ziel von Angriffen
10.39: Im Westen Irans ist ein Flughafen Ziel von Luftangriffen geworden. In der Stadt Chorramabad sei der Flughafen bombardiert worden.
Saudi-Arabien wehrt erneut Angriffe ab
10.36: Saudi-Arabien hat erneut Angriffe aus dem Iran abgewehrt. In den letzten Stunden seien 18 Drohnen abgeschossen worden.
Das teilte das Verteidigungsministerium am Morgen (Ortszeit) mit. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet.

Die King Fahd Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen Saudi-Arabien und Bahrain, war offiziellen Angaben zufolge wegen Angriffsdrohungen stundenlang geschlossen, wurde am Morgen aber wieder geöffnet.
Bericht: Drei Kinder bei Luftangriff nahe Teheran getötet
09.51: Bei einem Luftangriff nahe der iranischen Hauptstadt Teheran sind einem Bericht zufolge drei Kinder ums Leben gekommen. Bei der Attacke am frühen Morgen sei ein Wohnhaus in der Pendlerstadt Pardis getroffen worden.
Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur Mehr. Insgesamt seien aus den Trümmern bislang sechs Leichen geborgen worden. Seit mehr als fünf Wochen nun führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran.
Ober-Mullah Modschtaba Chamenei nicht bei Bewusstsein
09.40: Irans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, soll derzeit offenbar nicht bei Bewusstsein sein. Das geht aus einer Geheimdienstanalyse hervor, die der britischen Zeitung «The Times» vorliegt. Demnach sei der 56-Jährige momentan nicht in der Lage, das Land zu führen.
Ein diplomatisches Memorandum deutet darauf hin, dass Chamenei – der Sohn des getöteten langjährigen Machthabers Ali Chamenei – wegen eines «schweren» gesundheitlichen Zustands behandelt wird.
Zudem wird erstmals ein möglicher Aufenthaltsort genannt: Chamenei soll in der iranischen Stadt Ghom medizinisch versorgt werden.
Seit dem Tod seines Vaters und seiner Ernennung zum Obersten Führer gibt es zahlreiche Spekulationen über den Gesundheitszustand des Iraners. So kursieren unter anderem Gerüchte, wonach der Mullah ein Bein verloren habe und sich zur Behandlung in Russland aufhalte.
Iran greift Grossraum Tel Aviv erneut mit Streumunition an
09.21: Bei einem neuen Raketenangriff auf den Grossraum Tel Aviv hat der Iran nach israelischen Militärangaben erneut international geächtete Streumunition eingesetzt.
Am Morgen heulten auch im Stadtzentrum der Küstenmetropole die Warnsirenen, die Bürger liefen in Schutzräume. Es waren dumpfe Explosionen zu hören.

Der israelische TV-Sender berichtete, es habe etwa zehn Einschlagsorte gegeben. Dabei sei Sachschaden an Gebäuden und Fahrzeugen verursacht worden. Berichte zu Verletzten gab es zunächst nicht. Auch die Hafenstadt Eilat an der Südspitze Israels wurde nach Medienberichten mit Streumunition angegriffen.
Eine Rakete mit Streumunition zerbricht häufig über dem Ziel in der Luft und verteilt dann Submunitionen, auch Bomblets genannt, über einem grossen Gebiet. Die kleinen Geschosse können von der israelischen Luftabwehr kaum abgefangen werden.
Ölpreise ziehen weiter an
08.28: Die Ölpreise steigen vor Ablauf eines weiteren Ultimatums von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni legte im frühen Handel 1,2 Prozent auf 111,11 US-Dollar zu.

Damit näherte sich der Juni-Terminkontrakt wieder dem Hoch aus dem März von etwas mehr als 112 Dollar.
Noch drastischer sieht es bei der Entwicklung des Mai-Kontrakts aus. Öl der Sorte WTI mit Auslieferung im Mai kostet am Morgen rund 115 Dollar und damit rund 70 Prozent mehr als vor Beginn des Iran-Kriegs vor mehr als fünf Wochen.
Angriffe auf Schienennetz? Israel warnt Iraner
08.12: Das israelische Militär hat die Bevölkerung im Iran davor gewarnt, mit dem Zug zu reisen oder sich in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten.
Wer sich dort aufhalte, gefährde sein Leben, hiess es in einem auf Farsi formulierten Post auf der Plattform X. Die Warnung gelte ab sofort bis 21.00 Uhr Ortszeit (19.30 Uhr MESZ).

Hintergrund sind die Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit Angriffen auf Infrastruktur, die auch zivil genutzt wird oder zivilen Nutzen hat.
Er hat dem Iran ein Ultimatum gestellt, die für den Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus zu öffnen, das kommende Nacht ausläuft. Derzeit ist keine Einigung in Sicht.
Israel zerstört Moschee im Südlibanon
07.52: Israelische Streitkräfte haben gemäss eigenen Angaben eine Moschee im Südlibanon zerstört. Darin hätten sich «Terroristen der Panzerabwehreinheit der Hisbollah» aufgehalten.
Man habe das Gelände zerstört, um diese Bedrohung zu beseitigen. Die «Terroristen» seien eliminiert worden. Die Information lässt sich nicht unabhängig prüfen.
Russland ist der Gewinner der Hormus-Blockade
07.36: Die Blockade der Strasse von Hormus hat direkte Auswirkungen auf Russland.
Das Landerzielt nach Berechnungen der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer durch die faktische Sperrung der Strasse von Hormus mit seinen Rohstoffexporten hohe zusätzliche Milliardeneinnahmen.

Die Gewinne Russlands beim Export von Öl, Gas und Dünger beliefen sich auf monatlich mehr als zehn Milliarden Euro, teilte die Kammer mit.
«Russland ist damit der grosse Gewinner des neuen Krieges im Nahen Osten», sagt Matthias Schepp, der Vorstandsvorsitzende der Kammer, zur deutschen Nachrichtenagentur DPA.
UN-Sicherheitsrat stimmt über Hormus-Resolution ab
04.47: Der UN-Sicherheitsrat soll heute (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Strasse von Hormus abstimmen. In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Massnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hiess. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen.
Um den Resolutionstext war tagelang im Hintergrund gerungen worden. In einer vorangegangenen Version des Dokuments wurde etwa explizit auf Kapitel 7 der UN-Charta verwiesen, das dem Sicherheitsrat die Befugnis einräumt, Massnahmen von Sanktionen bis zu militärischer Gewalt zu ergreifen. Dagegen hätten sich etwa die Vertreter Russlands und Chinas gewehrt, hiess es.
Pentagon sagt kurzfristig Pressekonferenz ab
03.25: Das Pentagon hat kurzfristig eine für Dienstag anberaumte Pressekonferenz mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine abgesagt.

Aus einer Mitteilung an Pressevertreter ging nicht hervor, warum die Einladung für die um 8.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MESZ) angekündigte Veranstaltung zurückgezogen wurde.
UN-Chef warnt vor Angriffen auf Irans zivile Infrastruktur
02.12: UN-Generalsekretär António Guterres hat die USA und Israel aufgefordert, Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur nicht anzugreifen. Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstossen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York.
«Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten», wenn «übermässige» Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei «höchste Zeit, dass die Parteien diesen Konflikt beenden», sagte Guterres laut dem Sprecher.
Irans Armee weist Trumps «arrogante Rhetorik» zurück
02.01: Irans Militärführung hat die Warnungen von Trump vor einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke des Landes als «arrogante Rhetorik und haltlose Drohungen» abgetan.
Trump sei «wahnhaft», sagte der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, laut Staatsmedien. Die «rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten» würden die Angriffe gegen die «amerikanischen und zionistischen Feinde» nicht stoppen, wurde der Militärsprecher zitiert.

Trump droht mit Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke
Trump hatte dem Iran kurz zuvor mit einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke binnen weniger Stunden nach Ablauf seines jüngsten Ultimatums gedroht. Die USA könnten innerhalb von vier Stunden eine «völlige Zerstörung» herbeiführen, sagte der Präsident im Weissen Haus.
Die Frist, die er Teheran zur Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtigen Strasse von Hormus gesetzt hat, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.
Kampfjet-Rettungsmission: Mehr als 150 Flugzeuge beteiligt
00.23: An der Rettung des Waffenoffiziers eines abgeschossenen US-Kampfjets im Iran waren nach Angaben von Präsident Donald Trump mehr als 150 Flugzeuge beteiligt. Ein grosser Teil davon sei für ein Täuschungsmanöver an verschiedenen Orten im Einsatz gewesen, sagte der Republikaner im Weissen Haus.

Der verletzte Offizier selbst sei unterdessen stark blutend steile Felswände hinaufgeklettert. Während er seine Wunden versorgt habe, habe er Kontakt zu den US-Streitkräften aufgenommen.
Trump droht Journalisten mit Haft wegen Infos zu Piloten-Rettung
22.56: Trump forderte bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus von einem Medium den Namen eines angeblichen Informanten zur Rettung der Kampfjet-Besatzung im Iran und droht mit Gefängnis. Er kündigte an, man werde zu einem Medienunternehmen gehen, das die Infos veröffentlicht habe.

Um welches Medium es geht, sagte er nicht. Er ergänzte, man werde unter Verweis auf die nationale Sicherheit die Herausgabe des Namens bei Androhung von Gefängnis verlangen.












