Nachdem die USA weiterhin an Sanktionen gegen den Iran festhalten, rückt das Land näher an China. Nun soll auch die Zusammenarbeit mit Russland gestärkt werden.
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Am Wochende unterzeichneten der Iran und China ein Abkommen für mehr wirtschaftliche Zusammenarbeit. Auch mit Russland soll es nun ein Abkommen geben. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Wochenende verabschiedeten der Iran und China ein Wirtschafts-Abkommen.
  • Auch mit Russland soll nun die Zusammenarbeit intensiviert werden.
  • Die USA beharren weiterhin auf Sanktionen.

Der Iran will nach dem langfristigen Kooperationsabkommen mit China auch eine entsprechende Vereinbarung mit Russland abschliessen. Der Leiter des aussenpolitischen Ausschusses im iranischen Parlament, Modschtaba Solnur, sagte am Montag: «Wir wollen auch mit Russland ein ähnliches Abkommen wie mit China, das eine bindende wirtschaftliche Zusammenarbeit ermöglicht.» Ausserdem seien diese Abkommen eine effektive Option, westliche Sanktionen gegen den Iran zu umgehen, so Solnur laut Nachrichtenagentur Mehr.

Die Ankündigung Solnurs ist aus Regierungskreisen noch nicht bestätigt worden. Es gibt jedoch Spekulationen, dass der russische Aussenminister Sergej Lawrow demnächst Teheran besuchen wird.

Kooperationsabkommen mit China

Am Samstag haben die Aussenminister Irans und Chinas in Teheran ein Kooperationsabkommen mit einer Laufzeit von 25 Jahren unterzeichnet. Damit soll der Weg für Investitionen Chinas in Milliardenhöhe frei werden. Im Gegenzug will der Iran Öl zu günstigen Preisen liefern. Auch eine Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet soll geplant sein.

Präsident Hassan Ruhani bezeichnete das Abkommen als ein strategisch wichtiges Projekt für Wirtschaftswachstum sowie Stabilität und Frieden in der Region.

Der Iran steckt vor allem wegen der 2018 von den USA verhängten Sanktionen in einer akuten Wirtschaftskrise. Diese hat sich durch den Ausbruch der Corona-Pandemie noch verschärft. Da auch US-Präsident Joe Biden die Sanktionen vorerst beibehalten will, richtet sich die Regierung mehr nach China und Russland aus.

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