Krieg

Iran-Krieg: UN-Blauhelmsoldat im Libanon getötet

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Im Nahen Osten tobt der Krieg weiter. Die USA haben einen Friedensplan vorgelegt, den der Iran abgelehnt und mit einem eigenen Vorschlag gekontert hat.

UN USA Iran-Krieg
Im Libanon ist ein UN-Blauhelmsoldat getötet worden (Archiv). - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit einem Monat tobt im Nahen Osten ein Krieg.
  • Die USA haben einen Friedensplan vorgelegt, den Teheran gekontert hat.
  • Im Ticker erfährst alles zu den Neusten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg.

Seit einem Monat bekriegen sich die USA zusammen mit Israel und dem Iran. Mehrere hohe Militärs und Politiker in Teheran wurden getötet. Der Iran seinerseits greift auch die Golfstaaten an und blockiert die Strasse von Hormus. Das hat zu höheren Ölpreisen geführt.

Donald Trump hat zuletzt von einer Waffenruhe, Gesprächen und einem vorgelegten Friedensplan gesprochen. Doch der US-Präsident droht dem Iran auch mit Angriffen auf Energieanlagen, sollte die Strasse von Hormus nicht freigegeben werden. Das Ultimatum wurde aber verlängert.

Glaubst du, dass es bald zu einer Vereinbarung zwischen der USA und dem Iran kommt?

Teheran dementiert, dass es Gespräche gibt. Der 15-Punkte-Plan für ein Kriegsende wurde zurückgewiesen, dafür ein eigener 5-Punkte-Plan vorgelegt. Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden diese Woche erwartet.

Sorgen macht Beobachtern derweil das Eingreifen der Huthi-Miliz in den Krieg. Die vom Iran unterstützte Miliz im Jemen feuerten die Rebellen am Samstag innerhalb von kurzen Abständen Drohnen auf Israel ab.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du zu den neusten Entwicklungen rund um den Iran-Krieg auf dem Laufenden.

Golfstaaten melden erneuten Beschuss

03.12: Kuwait und andere Golfstaaten stehen weiter unter Beschuss durch den Iran. Das Energieministerium in Kuwait meldete in der Nacht auf der Plattform X Schäden an einem Nebengebäude eines Stromkraftwerks und einer Entsalzungsanlage. Ein indischer Arbeiter sei ums Leben gekommen.

Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing unterdessen erneut fünf ballistische Raketen ab, wie das Verteidigungsministerium in der Nacht auf X mitteilte. Auch Bahrain, Jordanien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate seien wieder unter Beschuss durch Drohnen und Raketen geraten, berichtete der arabische Fernsehsender Al Jazeera. Die Geschosse seien abgefangen worden.

Israels Armee bestraft Bataillon nach Gewalt gegen Reporter

02.29: Ein CNN-Team hatte die Folgen eines Angriffs israelischer Siedler und die Errichtung eines illegalen Aussenpostens dokumentieren wollen, als sie nach eigenen Angaben von israelischen Soldaten angegriffen und gewaltsam festgesetzt worden waren.

Nach Gewalt israelischer Soldaten gegen Journalisten des US-Fernsehsenders CNN im besetzten Westjordanland hat die Armeeführung ein ganzes Reservebataillon vom Dienst suspendiert. Das Bataillon werde einem Prozess zur Stärkung seiner «fachlichen und ethischen Grundlagen» unterzogen, teilte das Militär in der Nacht mit.

Geschoss explodiert: UN-Blauhelmsoldat im Libanon getötet

02.05: Bei der Explosion eines Geschosses in einer Stellung der UN-Friedenstruppen im Libanon ist ein Blauhelmsoldat getötet worden. Ein weiterer wurde bei dem Vorfall im Süden des Landes schwer verletzt, wie die UN-Beobachtermission Unifil mitteilte.

«Niemand, der dem Frieden dient, sollte sein Leben verlieren», mahnte die Mission der Vereinten Nationen. Es war demnach zunächst unklar, woher das Geschoss kam. Ermittlungen wurden eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären.

Angriffe auf Unifil-Truppen stellten einen schweren Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht dar, erklärte die Mission weiter.

Neue Botschaft von Modschtaba Chamenei

01.45: Einen Monat nach der Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei hat sich dessen Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei mit einer weiteren schriftlichen Botschaft an die Bevölkerung gewandt. Darin danke der neue oberste Führer den Iranern für ihre Unterstützung im Krieg gegen die USA und Israel, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Chamenei
Modschtaba Chamenei hat die Nachfolge seines Vaters als Oberster Führer des Iran übernommen und sich nun erneut schriftlich zu Wort gemeldet. - keystone

Seit seiner Ernennung ist Modschtaba Chamenei bislang nicht öffentlich aufgetreten und hat nur wenige schriftliche Erklärungen abgegeben. Diese Tatsache hat Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und Aufenthaltsort ausgelöst. Nach Berichten des Staatsfernsehens erholt er sich von den Folgen des Luftangriffs, bei dem sein Vater am 28. Februar getötet wurde.

IAEA: Schwerwasserreaktor im Iran getroffen

01.21: Irans Forschungsreaktor Chondab ist nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) durch Beschuss stark beschädigt worden.

Der früher Arak genannte Schwerwasserreaktor sei nicht mehr betriebsfähig, erklärte die Behörde mit Sitz in Wien auf der Plattform X. Sie berief sich dabei unter anderem auf Satellitenbilder und eigene Kenntnisse der Einrichtung.

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Der iranische Schwerwasserreaktor Chondab wurde laut der Internationalen Atomenergiebehörde stark beschädigt. - keystone

Die Anlage enthalte kein deklariertes Nuklearmaterial. Der Iran habe den Beschuss des Reaktors am 27. März gemeldet, hiess es. Seit einem Monat führen Israel und die USA Krieg gegen das Land.

Israels Armee: Erneut Drohnen der Huthi-Miliz abgefangen

00.55: Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat Israel erneut mit Drohnen angegriffen. Es seien zwei Drohnen aus dem Jemen abgefangen worden, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Zuvor hatten im Raum der Hafenstadt Eilat am Roten Meer im Süden Israels die Sirenen geheult.

Die islamistische Huthi-Miliz war am Samstag an der Seite Teherans in den vor einem Monat von Israel und den USA gegen den Iran begonnenen Krieg eingetreten. Innerhalb von kurzen Abständen feuerten die Huthi Raketen und Drohnen auf Israel ab, die jedoch nach israelischen Armeeangaben allesamt abgefangen wurden.

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Die Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Israel mit Drohnen angegriffen. - keystone

Die Miliz kontrolliert weite Teile des Jemens und erhält von der iranischen Führung militärische Unterstützung. Während des Gaza-Kriegs hatte sie Israel regelmässig beschossen, aber auch im Roten Meer und dem sich südlich anschliessenden Golf von Aden Handelsschiffe attackiert.

Geplante Todesstrafe – Aussenminister appellieren an Israel

22.35: Mehrere europäische Länder wenden sich gegen die mögliche Einführung der Todesstrafe für Terroristen in Israel. Der deutsche Bundesaussenminister Johann Wadephul (CDU) und die Ressortchefs aus Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich äusserten in einer gemeinsamen Erklärung ihre «tiefe Besorgnis» über einen entsprechenden Gesetzentwurf. Über diesen will das israelische Parlament voraussichtlich am Montag abschliessend entscheiden.

«Die Todesstrafe ist eine unmenschliche und erniedrigende Form der Bestrafung ohne jegliche abschreckende Wirkung», teilten die Minister mit. «Deshalb lehnen wir die Todesstrafe weltweit unter allen Umständen ab.» Berlin, Paris, Rom und London forderten die Verantwortlichen nachdrücklich auf, die Pläne aufzugeben.

Stromversorgung in Teheran wurde angegriffen

22.15: Aus dem Iran wurden am Abend (Ortszeit) erneut schwere Angriffe der USA und Israels gemeldet. Nach Angaben des iranischen Energieministeriums zielten die jüngsten Attacken auf Anlagen der Stromversorgung in der Hauptstadt Teheran.

Infolgedessen kam es am Abend (Ortszeit) in verschiedenen Stadtteilen zu Stromausfällen. Einsatzteams seien in die betroffenen Gebiete entsandt worden, um die Versorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen, berichtete der Staatssender Irib unter Berufung auf das Ministerium.

USA Iran Krieg
Die USA haben zahlreiche US-Marine im Nahen Osten in Stellung gebracht. - Keystone

Die israelische Armee meldete unterdessen neue Angriffe auf Ziele der iranischen Führung in Teheran. Das Militär machte zunächst allerdings keine Angaben zu den genauen Zielen der abermaligen Angriffswelle.

Kommentare

User #2073 (nicht angemeldet)

Soso. der Aggressor hat also einen "Friedensplan" vorgelegt. Na so ein Friedensengel aber auch, der Aggressor.

User #4300 (nicht angemeldet)

Was lümmeln denn diese Typen immer noch dort unten herum? Da herrscht Krieg! Nur weil da ein paar Schlümpfe im Weg stehen, lassen sich ganz sicher nicht, weder die eine, noch die andere Partei von ihren Vorhaben abbringen!

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