Iran-Krieg: Bunkerbrechende Bomben gegen Munitionsdepots
Im Krieg gegen den Iran haben die USA mit bunkerbrechenden Bomben Militäreinrichtungen angegriffen. Laut Medienberichten waren grosse Munitionsdepots im Raum Isfahan das Ziel.

Der Iran bestätigte die Attacken. «Derzeit liegen noch keine Informationen über das Ausmass der Schäden oder die Zahl der Toten und Verletzten dieser Angriffe vor», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna den Vizegouverneur der Provinz, Akbar Salehi.
In der Ziel-Region liegt auch die Atomanlage Isfahan. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) geht davon aus, dass die Islamische Republik in Isfahan zumindest Teile ihres hochangereicherten Urans unterirdisch gelagert hat.
Aufnahmen in den sozialen Medien zeigten schwere Explosionen in der Nacht. Auf Bildern war nach den Bombardierungen unter anderem ein glühend orangefarbener Nachthimmel zu sehen. «Sechs bunkerbrechende Bomben trafen den Berg Sofeh, sehr viele Folgeexplosionen, mehrere pro Sekunde, der Himmel ist hell erleuchtet», zitierte der Netzaktivist Vahid eine Nachricht.
In einem Interview mit dem rechten US-Nachrichtenportal «Newsmax» betonte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dass die Zerstörung der Uranvorräte Teherans aktuell das zentrale Ziel der Angriffe sei. Zum Verlauf des Krieges sagte er: «Wir haben mehr als die Hälfte des Weges zum Erfolg unserer Mission zurückgelegt.»
Nach einem neuen iranischen Raketenangriff auf Israel hat es nach Polizeiangaben mehrere Einschläge im Grossraum Tel Aviv gegeben. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden sechs Menschen verletzt. Gebäude und Fahrzeuge seien beschädigt worden, berichteten israelische Medien.
Der Iran setzt auch einen Monat nach Beginn der US-israelischen Angriffe den Beschuss auf benachbarte Golfstaaten mit ballistischen Raketen und Drohnen fort. Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten erneute Angriffe.
Im Persischen Golf wurde zudem vor der Küste von Dubai ein riesiger kuwaitischer Öltanker getroffen, wie die Kuwait Petroleum Corporation nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Kuna mitteilte. Es brach ein Feuer aus, das nach Angaben der Behörden in Dubai erst nach mehreren Stunden gelöscht werden konnte. Verletzte gebe es nicht.
Ungewiss ist weiter, ob und wann eine Durchfahrt der für den globalen Waren- sowie Öl- und Gashandel wichtigen Strasse von Hormus wieder möglich sein wird. Zumindest drei chinesischen Schiffen ist nach Angaben aus Peking jüngst die Durchfahrt der Meerenge gelungen. Die Schiffe hätten die Route nach Abstimmung mit allen Seiten passiert, sagte Aussenamtssprecherin Mao Ning in Peking.
Die israelische Armee hat derweil nach eigenen Angaben bei ihrem Einsatz im Süden des Libanon binnen 24 Stunden «Dutzende Terroristen» getötet. Diese seien bei Versuchen identifiziert worden, Soldaten von Verstecken aus anzugreifen.
Nach Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat hatte auch die mit Teheran verbündete libanesische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit heftigen Luftangriffen und Bodeneinsätzen in dem nördlichen Nachbarland.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sagte kürzlich, Israel wolle bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren. Am Dienstag kündigte er die Zerstörung aller Häuser in grenznahen Dörfern im Süden des Libanon an. Viele Ortschaften im Süden des Libanon gelten als Hochburgen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz.
Zuletzt gab ein israelischer Militärsprecher die Zahl der getöteten Hisbollah-Kämpfer binnen eines Monats mit mehr als 850 an. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen, die Hisbollah äussert sich nicht zu den eigenen Verlusten. Bei den israelischen Streitkräften sind bisher nach offiziellen Angaben zehn Soldaten getötet worden.
Italien hat mehreren US-Flugzeugen die Landung auf einem Stützpunkt auf der Mittelmeerinsel Sizilien für den Krieg gegen den Iran verweigert. Nach Informationen der Tageszeitung «Corriere della Sera» gab Verteidigungsminister Guido Crosetto dem US-Militär vor einigen Tagen keine Erlaubnis, den Militärflughafen Sigonella zu nutzen, um dann in den Nahen Osten weiterzufliegen. Aus dem Umfeld des Ministeriums in Rom wurde die Darstellung bestätigt.
Demnach wurde Italien von dem Vorhaben des US-Militärs erst informiert, als die Flugzeuge längst in der Luft waren. Zuvor habe niemand eine Genehmigung beantragt oder den Nato-Partner auch nur informiert, hiess es. Zudem sei unklar geblieben, um welche Art von Flügen es sich handle.














