Iran droht bei US-Angriff: «Anreicherung von Uran auf 90 Prozent»

Donald Trump bezeichnet die Waffenruhe mit dem Iran als «so schwach wie nie» – und schiebt die Schuld auf einen «dämlichen Vorschlag» aus Teheran.

Trump iran
Donald Trump erhöht in den Verhandlungen mit dem Iran den Druck. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump bezeichnet die Waffenruhe mit dem Iran als «so schwach wie nie zuvor».
  • Teheran fordert Reparationen, ein Ende der Sanktionen und Kontrolle über Hormus.
  • Trump berät am Montagabend (Ortszeit) mit dem Sicherheitsteam über das weitere Vorgehen.

Die seit fast fünf Wochen geltende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht auf der Kippe. US-Präsident Donald Trump zeigt sich schwer verärgert über einen neuen Vorschlag aus Teheran zur Beendigung des Krieges.

«Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe», sagte Trump in Washington. Die Feuerpause liege quasi auf der Intensivstation. Eine diplomatische Lösung hält er dennoch weiterhin für möglich.

Wie geht es im Iran-Konflikt weiter?

Im iranischen Plan fordert Teheran laut Staatsmedien Reparationen für die Kriegsschäden, ein Ende der Sanktionen und die Freigabe beschlagnahmter Vermögenswerte. Auch die volle Souveränität über die Strasse von Hormus steht auf der Liste. Der Streit über das Atomprogramm spielt im Vorschlag keine Rolle.

Am Montagabend (Ortszeit) wollte Trump mit seinem Sicherheitsteam – darunter Vize JD Vance und Aussenminister Marco Rubio – das weitere Vorgehen beraten. Irans Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf gab sich auf X kämpferisch: «Wir sind auf alle Optionen vorbereitet.»

Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg:

Iran: USA wollen vollständige Kapitulation Irans

21.22: Mit Blick auf die Ungewissheit über die Zukunft des Iran-Kriegs kritisiert Teheran die Verhandlungsstrategie der Vereinigten Staaten.

Die USA strebten keine echten Verhandlungen an, sondern die vollständige Kapitulation Irans, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Isna Aussenamtssprecher Ismail Baghai.

In einem Interview mit dem indischen Magazin «India Today Global» sagte der Sprecher demnach, statt einer Geben- und Nehmen-Diplomatie verfolgten die USA mit ihren Forderungen die Unterordnung seines Landes.

US-Senator traut Pakistan nicht als Vermittler im Iran-Krieg

19.42: Der einflussreiche US-Senator Lindsey Graham hat sich empört über einen Medienbericht gezeigt, wonach Pakistan als Vermittler im Iran-Krieg Teheran das Abstellen von Flugzeugen auf seinen Stützpunkten gestatten soll.

«Ich traue Pakistan nicht über den Weg», sagte der Republikaner in einem Senatsausschuss. Er konfrontierte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Generalstabschef Dan Caine mit der Frage, ob der Bericht zutreffend sei. Keiner der beiden wollte sich zu dem Sachverhalt äussern.

Lindsey Graham
Der republikanische US-Senator Lindsey Graham. - keystone

«Wenn tatsächlich iranische Flugzeuge auf pakistanischen Stützpunkten stationiert sind, um iranische Militäranlagen zu schützen, dann sagt mir das, dass wir uns nach jemand anderem als Vermittler umsehen sollten», sagte Graham.

Er vermutete dies als Grund für die seit Wochen stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Israel und Hisbollah greifen einander weiter an

19.38: Trotz Waffenruhe tritt im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz erneut Gewalt auf

Das Gesundheitsministerium in Beirut teilte mit, es seien zwei Sanitäter bei einem israelischen Angriff am Nachmittag im Südlibanon getötet worden. Eine weitere Sanitäterin sei zudem verletzt worden.

Libanon
Israel und die Hisbollah greifen sich noch immer gegenseitig an. - keystone

Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Vorwürfen nach.

In der Vergangenheit beschuldigte das israelische Militär die vom Iran unterstützten Hisbollah, Krankenwagen und medizinische Teams als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Hegseth: US-Militär verfügt über ausreichend Munition

16.03: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat Spekulationen über stark aufgezehrte Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs heruntergespielt.

«Wir wissen genau, was wir haben. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen», sagte er in einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Debatte um die Vorräte sei «törichterweise und wenig hilfreich übertrieben» worden, führte Hegseth weiter aus.

Pete Hegseth
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. - keystone

Am Wochenende hatte US-Senator Mark Kelly behauptet, die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs seien stark aufgezehrt.

Er kritisierte, dass Trump die USA in einen Krieg «ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan» hineingezogen habe.

Kuwait: Irans Revolutionsgarde griff Insel des Golfstaats an

15.58: Irans Revolutionsgarde hat eine zu Kuwait gehörende Insel nach Darstellung des Golfstaats angegriffen.

Sechs bewaffnete Männer hätten sich der kuwaitischen Insel Bubijan im Auftrag der Revolutionsgarde vor rund zwei Wochen mit einem Fischerboot genähert, teilte das Innenministerium heute mit.

Zwei davon seien bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften geflohen, die vier weiteren Männer seien festgenommen worden.

Iran Revolutionsgarde
Mitglieder der iranischen Revolutionsgarde sollen Kuwait angegriffen haben. - keystone

Die vier Festgenommenen hätten gestanden, der iranischen Revolutionsgarde (IRGC) anzugehören und in deren Auftrag gehandelt zu haben, hiess es der Staatsagentur Kuna zufolge.

Das Fischerboot sei gechartert worden, um «feindliche Handlungen» gegen Kuwait durchzuführen.

Iran droht mit Urananreicherung

15.19: Der Iran hat eine drastische Drohung ausgesprochen. Falls er erneut angegriffen wird, könnte das Land sein Uran auf 90 Prozent anreichern. Dieser Reinheitsgrad ist notwendig, um Atomwaffen herzustellen.

Der iranische Parlamentsabgeordnete Ebrahim Resaei hat diese Ankündigung auf der Plattform X gemacht. Er ist Sprecher des parlamentarischen Ausschusses für nationale Sicherheit und Aussenpolitik.

Uran
Der Iran droht, sein Uran auf einen Reinheitsgrad von 90 Prozent anzureichern. - keystone

Resaei schrieb: «Eine der Optionen des Irans im Falle eines weiteren Angriffs könnte die Anreicherung von Uran auf 90 Prozent sein.» Er fügte hinzu: «Wir werden dies im Parlament prüfen.» Damit macht er klar, dass dies noch keine endgültige Entscheidung ist.

Iran-treuer Milizenverband startet «Sucheinsatz» in Iraks Wüste

12.09: Die irakischen Volksmobilisierungskräfte – ein staatlich eingebundener proiranischer Milizenverband – haben nach eigenen Angaben einen militärischen «Säuberungs- und Sucheinsatz» im Süden des Iraks gestartet.

Der Einsatz habe in den Wüstenregionen der Provinzen Nadschaf und Kerbala begonnen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur INA.

Sucheinsatz Irak
In Iraks Wüste wurde ein «Säuberungs- und Sucheinsatz» gestartet. (Archivbild) - keystone

Der Einsatz erfolgt wenige Tage nach Berichten über einen mutmasslichen israelischen Militärstützpunkt in dem Wüstengebiet im Irak. Das «Wall Street Journal» hatte berichtet, dass Israel von dort auch Luftangriffe im benachbarten Iran durchgeführt habe.

Trump: «Waffenruhe mit Iran so schwach wie noch nie»

03.33: Die seit fast fünf Wochen dauernde Waffenruhe mit dem Iran hängt nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump nur noch am seidenen Faden. Grund dafür sei der «dämliche Vorschlag» aus Teheran zur Beendigung des Krieges, sagte er in Washington. «Sie ist so schwach wie nie, nachdem ich diesen Mist gelesen habe.»

Trump sagte, die Feuerpause liege quasi auf der Intensivstation, wo ein Arzt hereinkomme und sage: «Sir, Ihr Angehöriger hat eine Überlebenschance von etwa einem Prozent». Dennoch glaube er weiterhin, dass eine diplomatische Lösung noch möglich sei, sagte er auf Nachfrage eines Journalisten.

USA erhöhen Druck auf Iran mit weiteren Sanktionen

00.01: Die US-Regierung verschärft den ökonomischen Druck auf den Iran weiter. Sie verhängte Sanktionen gegen mehrere Personen und Unternehmen, darunter Firmen mit Sitz in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die USA werfen ihnen vor, den Verkauf und den Transport iranischen Öls durch die iranischen Revolutionsgarden nach China unterstützt zu haben.

Scott Bessent Sanktionen Iran
US-Finanzminister Scott Bessent will den Druck auf Iran mit weiteren Sanktionen erhöhen. - keystone

Die Revolutionsgarden nutzten Tarnfirmen, «um ihre Rolle bei den Ölverkäufen zu verschleiern und die Einnahmen an das iranische Regime weiterzuleiten», hiess es. Die USA arbeiten demnach weiter daran, der Führung der Islamischen Republik die Mittel für ihre Waffenprogramme, terroristischen Stellvertreter und nuklearen Ambitionen zu entziehen, betonte US-Finanzminister Scott Bessent.

Kommentare

User #6479 (nicht angemeldet)

Iran sitzt am längeren Hebel hehehe

User #6479 (nicht angemeldet)

Auf hundert Prozent wäre besser

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