Human Rights watch

    Human Rights Watch: Dutzende Entführungen nahe Nationalpark im Kongo

    Die Human Rights Watch Organisation berichtet von dutzenden Entführungen und Folterungen rund um den Virunga-Nationalpark im Kongo.

    Virunga
    Blick auf den Virunga-Nationalpark im Kongo, in dessen Nähe Dutzende Menschen entführt wurden. - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die entführten Menschen wurden geschlagen, gefoltert und vergewaltigt.
    • Viele Opfer sind Frauen.
    • Die Organisation machte kriminelle Banden dafür verantwortlich.

    In der Nähe des Virunga-Nationalparks im Kongo sind Menschenrechtlern zufolge innerhalb von drei Jahren mindestens 170 Menschen entführt worden. Die Opfer - viele davon Frauen - seien geschlagen, gefoltert, vergewaltigt und gegen Geld erpresst worden. Dies teilte Human Rights Watch am Donnerstag mit.

    Die Organisation machte dafür kriminelle Banden verantwortlich. «Die kongolesische Regierung muss die Schreckensherrschaft dieser Gangs beenden», forderte die Organisation.

    Von Feldern entführt und in Park gebracht

    Ausserdem liege ein Stützpunkt der UN-Friedensmission in der Nähe der Felder, wo die Menschen entführt wurden. Die Mission müsse die Gegend patrouillieren und die Zivilisten schützen, forderte die Organisation.

    Die Opfer berichteten demnach, sie seien von ihren Feldern entführt und in den Virunga-Park gebracht worden. Dort seien sie gefoltert und vergewaltigt worden, oft sei ihnen mit dem Tod gedroht worden. Die meisten seien erst freigelassen worden, nachdem Angehörige ein Lösegeld zwischen 200 und 600 Dollar gezahlt hätten.

    Die Entführungen fanden Human Rights Watch zufolge zwischen April 2017 und März 2020 statt. Die Organisation sprach nach eigenen Angaben mit 37 Menschen, die meisten davon Überlebende, sowie Aktivisten, Regierungsvertreter und UN-Mitarbeiter.

    12 Ranger getötet bei Angriff

    Der Virunga-Nationalpark liegt im Osten des Kongos an der Grenze zu Uganda und Ruanda. Das Unesco-Weltkulturerbe ist berühmt für die stark gefährdeten Berggorillas, die nur in diesen drei Ländern leben. Der Park und seine Ranger sind immer wieder durch Milizen und Wilderer bedroht.

    Jüngst wurden bei einem Angriff mindestens zwölf Ranger getötet. Im Ost-Kongo sind mehrere Milizen aktiv, denen es vor allem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze geht.

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