Gisèle Pelicot veröffentlicht nach Mitte Februar ihre Memoiren
Am 17. Februar veröffentlicht Gisèle Pelicot ihre Memoiren. Darin schaut sie auf ihren öffentlichen Prozess zurück.

Das Wichtigste in Kürze
- Vergewaltigungsopfer Gisèle Pelicot veröffentlicht ihre Memoiren.
- Das Buch, in dem sie auf den Prozess zurückblickt, soll in 22 Sprachen übersetzt werden.
- Sie schreibt, sie habe sich auf Fotos, auf denen sie unter Drogen stand, nicht erkannt.
Gisèle Pelicot, Opfer der von ihrem damaligen Ehemann organisierten Vergewaltigungen, blickt in ihren Memoiren auf den Prozess zurück, in dem sie sich gegen eine nichtöffentliche Verhandlung aussprach. Die Tageszeitung «Le Monde» veröffentlichte am Dienstagabend Auszüge daraus.
Pelicot, die zu einer weltweiten feministischen Ikone geworden ist, wurde ein Jahrzehnt lang von ihrem Ex-Mann Dominique Pelicot mit Beruhigungsmitteln unter Drogen gesetzt. Anschliessend wurde sie von ihm und Dutzenden Männern, die er im Internet rekrutiert hatte, vergewaltigt.

«Wäre ich zwanzig Jahre jünger gewesen, hätte ich mich vielleicht nicht getraut, die Ausschliessung der Öffentlichkeit abzulehnen», schreibt sie in ihrem Bericht in Ich-Form mit dem Titel «Et la joie de vivre» (Und die Lebensfreude), der am 17. Februar bei Flammarion erscheinen und weltweit in 22 Sprachen veröffentlicht werden soll.
«Ich hätte die Blicke gefürchtet, diese verdammten Blicke, mit denen eine Frau meiner Generation immer leben musste», berichtet sie in einem Auszug, der veröffentlicht wurde. «Vielleicht verschwindet die Scham umso leichter, je älter man ist, und wenn niemand mehr auf einen achtet. ... Ich hatte keine Angst vor meinen Falten oder meinem Körper.»
In ihrem Buch berichtet sie auch von ihrer Ungläubigkeit, als sie auf der Polizeiwache Fotos von sich selbst entdeckt, die während der Vergewaltigungen unter Drogen aufgenommen wurden: «Ich erkannte die Personen nicht wieder. Auch diese Frau nicht. Ihre Wangen waren so schlaff. Ihr Mund so schlaff. Sie sah aus wie eine Stoffpuppe.»










