Gazprom hat seine Lieferungen nach Deutschland seit Juni stark gedrosselt. Aufnahmen sollen nun zeigen, dass nicht geliefertes Gas gezielt vernichtet wird.
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Blick auf das Gazprom-Logo an einem Bürogebäude in St. Petersburg, Russland. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Gazprom drosselte im Juni seine Gas-Lieferungen nach Deutschland.
  • Aufnahmen sollen nun zeigen, dass der nicht gelieferte Rohstoff gezielt vernichtet wird.

Im Juni hatte Gazprom seine Gas-Lieferungen nach Deutschland gedrosselt. Erst wurden nur noch 40 Prozent der vereinbarten Menge geliefert, aktuell sind es noch 20 Prozent.

Der russische Gasriese begründete die Reduktion mit einer fehlenden Turbine der Ostseepipeline Nord Stream 1.

Da die Turbine aber bereit zur Auslieferung steht, wirft Deutschland der russischen Regierung Machtspiele vor. Das Gas soll als Reaktion auf EU-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg nicht mehr geliefert werden. Stattdessen soll Gazprom die nicht gelieferten Mengen an Gas vor der finnischen Grenze gezielt vernichten.

Tägliche Feuer in russischer Verdichterstation

Auf einem von dem finnischen Nachrichten-Portal «YLE» veröffentlichten Foto ist eine grosse Flamme über einem Waldstück zu sehen. Dabei soll es sich um eine sogenannte Verdichterstation im russischen Portovaya an der Landesgrenze zu Finnland handeln.

Dem Nachrichtenportal zufolge werde die Aufnahme durch NASA-Satellitenbilder gestützt. Seit dem 17. Juni – dem Zeitpunkt der Gas-Reduktion – soll es täglich grosse Feuer auf dem Gelände der Station gegeben haben. Bis heute seien die Flammen nie ganz erloschen.

Machen Sie sich Sorgen wegen dem drohenden Strom- und Gasmangel?

Auf dem Gelände in der Nähe von Sankt Petersburg befindet sich der Startpunkt von Nord Stream 1. Von dort aus gelangt das komprimierte Erdgas aus Russland in die Pipeline und wird ins deutsche Lubmin bei Greifswald geliefert.

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