Der Fall Maddie McCann nimmt immer grössere und schlimmere Ausmasse an. Der mordverdächtige Christian B. soll Kontakt zu einem Pädophilen-Ring gehabt haben.
alibi britische
Fall Maddie McCann: Die Dreijährige war 2007 aus einer Appartementanlage in Portugal verschwunden. - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt eine neue Spur im Fall Maddie McCann.
  • Der mordverdächtige Christian B. hatte Kontakt zu einem Pädophilen-Ring in Paraguay.
  • Die Ermittler erhoffen sich nun neue Kenntnisse über das Verschwinden von Maddie.
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Neue Spur im Fall Maddie McCann: Der mordverdächtige Christian B. (44) soll Kontakt zu einem im April in Paraguay gesprengten Pädophilen-Ring gehabt haben. Das bestätigte die dortige Polizei.

Einer der Drahtzieher der Kinderporno-Plattform «Boystown» ist der Deutsche Christian Manfred K. (58). Gemäss der «Bild»-Zeitung wartet er derzeit auf seine Auslieferung nach Deutschland.

Fall Maddie McCann
Gegen den 43-jährigen Christian B. wird wegen Mordes an der vermissten Maddie McCann ermittelt. - Keystone

Zur Zeitung «Dailyrecord» sagte Kommissar Nimio Cardozo von der paraguayischen Anti-Kidnapping-Abteilung: «Wir glauben, dass es Elemente gibt, mit denen unsere Sicherheitsbehörden zur Klärung des Falles Madeleine beitragen könnten».

Und weiter: «Für uns ist der Fall beispielhaft, da die Polizei und die Sicherheitsdienste der Welt nicht in der Lage waren, den Eltern dieses vermissten kleinen Mädchens die Antworten zu geben, die sie haben wollten.»

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Die Britin Madeleine McCann lächelt auf einem undatierten Kinderfoto vor ihrem Verschwinden vor 14 Jahren. - dpa

Laut Cardozo haben Computer-Auswertungen in Paraguay und Deutschland 5000 IP-Adressen ergeben, die Kinderporno-Dateien ausgetauscht hatten. Die Erkenntnisse darüber seien bereits an die Behörden in Deutschland übermittelt worden.

«Es besteht die Möglichkeit, dass wir inmitten all dieser Daten auch Informationen zum Fall Maddie finden könnten», sagt Kommissar Nimio Cardozo weiter.

Pädophilen-Plattform in Paraguay zerschlagen

Am 12. April war Christian Manfred K. in der Stadt Belén verhaftet worden. Der Deutsche, der schon seit 12 Jahren in Paraguay lebt, gilt als führender Kopf der oben erwähnten Pädophilen-Plattform.

Laut dem deutschen Bundeskriminalamt gilt «Boystown» als eine der grössten im sogenannten Darknet (anonymer Teil des Internets). Die Plattform zählt rund 400'000 Mitglieder.

Kinderpornografie Symbolbild
Symbolbild zum Thema Kinderpornografie. - keystone

Die Plattform soll demnach seit mindestens 2019 in Betrieb gewesen sein, inzwischen wurde sie aber abgeschaltet. Laut Medienberichten war auf den Bild- und Videoaufnahmen schwerster sexueller Missbrauch, auch von Kleinkindern zu sehen.

K. wartet in Paraguay auf seine Auslieferung. Auch in Deutschland wurden bereits mehrere Männer verhaftet.

Der Fall Maddie McCann

Im Jahr 2012 gab es Berichte, nachdem Maddie McCann in Paraguay gesehen wurde. Eine Suche brachte damals aber keine Ergebnisse.

Für die deutschen Behörden ist klar, dass Christian B. die kleine Maddie entführt und ermordet hat. Bisher hat die Beweislage für eine Mordanklage aber nicht ausgereicht.

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Die Eltern des verschwundenen britischen Mädchens Madeleine «Maddie» McCann. Kate und Gerry McCann glauben nach wie vor, dass ihre Tochter noch am Leben ist. - dpa-infocom GmbH

Maddie McCann wurde am 3. Mai 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienanlage in Portugal entführt. Trotz einer weltweiten Suchaktion der Eltern gibt es bis heute keine Spur von Maddie.

Am 12. Mai wäre das Mädchen bereits 18 Jahre alt geworden. Ihre Eltern, Kate und Gerry McCann, glauben nach wie vor, dass ihre Tochter noch am Leben ist.

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