In Australien werden Kameras eingesetzt, um illegale Nutzung von Handys am Steuer aufzuzeichnen. Schweizer Experten sehen dies als Eingriff in die Privatsphäre.
Handy am Steuer
New South Wales führt eine neue Art der Überwachungskameras ein. - Transport for NSW
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Australien sollen Kameras Autofahrer fotografieren, die am Steuer ihr Handy nutzen.
  • Ein Schweizer Experte ist von dieser Entwicklung schockiert.
  • Er spricht von «totaler Überwachung».

Im australischen Bundesstaat New South Wales werden die weltweit ersten Kameras zur Erkennung von Mobiltelefonen am Steuer eingesetzt. Diese sollen rund um die Uhr im Einsatz sein und jedes vorbeifahrende Auto fotografieren. Die aufgenommenen Bilder werden dann von Computern ausgewertet und auf die Nutzung von Mobiltelefonen gescannt.

Die Fotos, auf denen keine Mobiltelefone erkennbar sind, werden gemäss Informationen nach maximal 48 Stunden gelöscht. Experten sind sich aber sicher: Dies ist ein zu grosser Eingriff in die Privatsphäre der Autofahrer.

Kameras könnten missbraucht werden

Für Hernani Marques, Mitglied beim «Chaos Computer Club Schweiz», ist die Einführung solcher Kameras «ein Schritt in Richtung totaler Überwachung».

Auto
Die Kameras fotografieren die Fahrerkabine des Fahrzeugs. - Transport for NSW

Marques betont, eine solch flächendeckende Überwachung sei in keiner Weise vertretbar. «Sobald eine solche Sache für einen bestimmten Zweck eingeführt wird, kann man sie leicht auch für andere Zwecke gebrauchen», erklärt er. Schon bald würde man Kameras dann auch für die Erkennung von Nummernschildern und Verhaltensforschung verwenden.

Verkehrsunfälle wegen Mobiltelefonen

Im Jahr 2018 verunfallten in der Schweiz 138 wegen «Ablenkung durch Mobiltelefone». Dies belegen Zahlen des Bundesamt für Strassen. Einer dieser Unfälle endete tödlich.

In New South Wales – mit 7,4 Millionen Einwohnern mit der Schweiz vergleichbar – sind die Zahlen weitaus erschreckender: Nach offiziellen Statistiken starben 2018 an Folgen eines solchen Verkehrsunfalls 354 Menschen.