Jorge Camero, der das Nachrichtenportal «El Informativo» auf Facebook betrieb, wurde am Donnerstag in einem Fitnessstudio in der Stadt Empalme erschossen.
Mexiko Journalist
Menschen protestieren am 10. Februar 2022 auf den Strassen von Salina Cruz nach einem Mord an einem Journalisten. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Journalist hatte bis vor Kurzem als Sekretär für den Bürgermeister gearbeitet.
  • In einem Video wurde er beschuldigt, Verbindungen zu kriminellen Gruppen zu haben.

Wieder ist in Mexiko ein Journalist getötet worden – der bereits sechste in diesem Jahr. Jorge Camero, der das Nachrichtenportal «El Informativo» auf Facebook betrieb, wurde am Donnerstag in einem Fitnessstudio in der nordwestlichen Stadt Empalme erschossen, wie die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Sonora am Freitag auf Twitter mitteilte.

Camero hatte auch als Sekretär für den Bürgermeister von Empalme gearbeitet. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte er gut zwei Wochen zuvor gekündigt, nachdem er in einem Video beschuldigt worden war, Verbindungen zu einer kriminellen Gruppe zu haben.

Gefährlichstes Land für Journalisten

Mexiko war 2021 nach Angaben der Organisation «Reporter ohne Grenzen» das dritte Jahr in Folge das gefährlichste Land für Journalisten. Demnach wurden in dem nordamerikanischen Staat im vergangenen Jahr sieben Journalisten im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet. Oft sind es nach Angaben der Organisation «Article 19» korrupte Lokalpolitiker und Drogenkartelle, die gegen die Presse vorgehen.

Nach Angaben der Regierung werden mehr als 90 Prozent der Angriffe und Morde an Journalisten und Aktivisten nicht bestraft - insgesamt werden in Mexiko wenige Straftaten aufgeklärt. Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador wirft kritischen Journalisten immer wieder vor, mit seinen Beschuldigungen nach korrupten Oppositionspolitikern unter einer Decke zu stecken.

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