El Niño – 14 Klimamodelle schlagen Alarm
Ein historischer El Niño nimmt Fahrt auf und dürfte auch die Schweiz beeinflussen. 13 von 14 Klimamodellen prognostizieren neue Rekordwerte.

US-Klimaforscher Zeke Hausfather wertete aktuelle September-Läufe aus und kommt zu einem klaren Ergebnis. Dreizehn von vierzehn Modellen liegen über dem bisherigen Rekord von 2015/16, schreibt die «Cleanthinking».
Der gewichtete Median stieg binnen vier Wochen von 3,7 auf 4,1 Grad Celsius an. Der Höhepunkt wird für November 2026 in der Niño-3.4-Region erwartet.
Zum Vergleich: Der bisherige Spitzenwert aus dem Winter 2015/16 lag bei 2,75 Grad. Die neue Prognose übertrifft diesen Wert um rund 1,3 Grad.
Messwerte bestätigen Trend
Die aktuellen Messungen untermauern die alarmierenden Modellrechnungen. Die Meeresoberflächentemperatur überschritt bereits die Drei-Grad-Marke, meldet der «Focus».
Am 15. September wurde eine Abweichung von plus 3,01 Grad gemessen. Dies war der 108. Tagesrekord in Folge.
Unter der Meeresoberfläche steckt noch mehr Wärme als an der Oberfläche. Das Wasser war teilweise mehr als 8 Grad wärmer als üblich.
El Niño: Globale Folgen zeichnen sich ab
Die Weltorganisation für Meteorologie spricht von einem sehr starken Ereignis. Die Wahrscheinlichkeit für ein Anhalten bis Februar 2027 liege bei nahezu 100 Prozent.
Bereits jetzt zeigen sich weltweit Störungen und Verwüstungen durch das Klimaphänomen. In Peru wurde für 60 Tage der Notstand verhängt, berichtet «Bild».
In Indonesien blieben viele Reisfelder seit über 60 Tagen trocken. Zahlreiche Waldbrände verschärfen die Lage zusätzlich.
Auswirkungen auf die Schweiz
Auch die Schweiz könnte die Folgen des starken El Niño zu spüren bekommen. Das Phänomen kann Luftströmungen verändern und eine Kettenreaktion in der Atmosphäre auslösen.
Wettermodelle rechnen für den Winter 2026/27 mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen. In vielen Regionen wird auch mit mehr Niederschlag gerechnet, so die «Bild» weiter.

Ein starker El Niño kann den Polarwirbel im Spätwinter schwächen und destabilisieren. Dann könnte Kaltluft aus der Arktis nach Mitteleuropa und in die Schweiz gelenkt werden.
Experten warnen vor Extremen
Daniela Matei vom Max-Planck-Institut spricht von einer historischen Stärke des Ereignisses. Mit fast hundertprozentiger Sicherheit handle es sich um den stärksten je gemessenen El Niño, meldet die «Cleanthinking».
Der bisherige Rekord-El-Niño 2015/16 traf weltweit mehr als 60 Millionen Menschen. Dürren, Überschwemmungen und Hitze waren die dramatischen Folgen.
Die Vereinten Nationen veranschlagten rund vier Milliarden US-Dollar für humanitäre Hilfe. Etwa 80 Prozent entfielen auf Ernährungssicherheit und Landwirtschaft.












