Ebola – Gericht stoppt Quarantäne-Pläne in Kenia
Ebola steht im Zentrum eines Rechtsstreits in Kenia, nachdem ein Gericht Pläne für eine Quarantäneeinrichtung für US-Bürger vorerst gestoppt hat.

Ein Gericht in Nairobi hat die geplante Einrichtung einer Ebola-Quarantäne für US-Bürger in Kenia vorläufig gestoppt, berichtet die «Swissinfo». Betroffen sind Pläne zur Behandlung, Isolation und Unterbringung möglicher Ebola-Fälle im Rahmen internationaler Absprachen.
Die Richter untersagten ausdrücklich jede Errichtung oder Genehmigung entsprechender Einrichtungen im Land. Das Verbot gilt bis zur Anhörung eines Antrags der Juristenorganisation Katiba Institute.
Zudem wurde untersagt, potenziell exponierte Personen nach Kenia zu verlegen oder dort einreisen zu lassen. Die kenianische Regierung muss bis zum 2. Juni Stellung nehmen, schreibt die «blue News».
Unklare Absprachen zwischen Nairobi und Washington
US-Medienberichten zufolge sollen Ebola-Exponierte aus den USA künftig in Kenia unter Quarantäne gestellt werden. Eine offizielle Bestätigung dieser Pläne durch die kenianische Regierung liegt bislang nicht vor.
Das Gesundheitsministerium verweist lediglich auf laufende Gespräche mit den USA und internationalen Partnern. Konkrete Entscheidungen über eine Einrichtung seien bisher nicht getroffen worden.
Der Leiter der Africa CDC warnte vor einer möglichen Überlastung des kenianischen Gesundheitssystems, so die «Swissinfo». Kenia sei bereits ein Hochrisikoland und ein zentrales logistisches Drehkreuz in der Region.
Kritik an Quarantäne-Plänen und Ausbruch von Ebola in Ostafrika
Auch die Medizinergewerkschaft KMPDU äusserte deutliche Kritik an den Plänen. Kenia dürfe nicht als Standort für die Isolation eines gefährlichen Erregers genutzt werden, hiess es in einer Stellungnahme.
Der aktuelle Ebola-Ausbruch begann Mitte Mai in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo, berichtet der «Kurier». Seitdem sorgt die Erkrankung für eine angespannte Lage im Gesundheitswesen.
Auch Uganda ist betroffen, während Kenia bislang keine bestätigten Fälle gemeldet hat. Nach Angaben von Africa CDC wurden bisher über 1077 Verdachtsfälle registriert.
Ebola: WHO warnt vor Eskalation
Die Weltgesundheitsorganisation spricht von Hunderten vermuteten Todesfällen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte bei einem Besuch in der Region die Eindämmbarkeit des Ausbruchs.
Gleichzeitig kritisierte er Reiseverbote als wenig wirksam für die Bekämpfung der Epidemie. Die USA haben im Zusammenhang mit dem Ausbruch Einreisebeschränkungen für betroffene Regionen verhängt.

Die rechtliche Auseinandersetzung in Kenia verschärft die Debatte über internationale Quarantänestrategien im Umgang mit Ebola. Dabei rückt die Frage nach dem richtigen Umgang mit grenzüberschreitenden Infektionsmassnahmen stärker in den Fokus.
















