Diese fünf Reiseziele brauchen dringend mehr Touristen
Während die Hotspots unter den Folgen des Overtourism ächzen, warten andere Länder sehnlichst auf Gäste. Das sind fünf Destinationen, die eine Reise wert sind.

Das Wichtigste in Kürze
- In Hotspots wie Barcelona oder Amsterdam ächzen die Städte unter dem Overtourism.
- Wer aber abseits der bekannten Orte unterwegs ist, entlastet die überfüllten Standorte.
- Fünf Länder zeigen auf, wo das Potenzial für neue Entdeckungen besonders gross ist.
Reisen war selten so einfach – und selten so widersprüchlich. Während sich die Menschenmengen in Barcelona oder in Amsterdam stauen, wächst gleichzeitig das Bewusstsein dafür, dass Tourismus auch Schattenseiten hat.
Die Buchungsplattform Booking hat den «Travel and Sustainability Report 2025» publiziert. Demnach geben 84 Prozent der Reisenden an, Nachhaltigkeit spiele bei ihrer Ferienplanung eine wichtige Rolle. 73 Prozent wünschen sich zudem, dass ihr Geld lokalen Gemeinschaften zugutekommt.
Wer abseits der bekannten Hotspots unterwegs ist, entlastet nicht nur überfüllte Destinationen, sondern unterstützt auch die Regionen.
Vor allem solche, welche dringend auf Besucherinnen und Besucher angewiesen sind. Fünf Länder zeigen exemplarisch, wo bewusster Tourismus viel Potenzial entfalten kann.
1. Moldawien
Lange galt Moldawien als das am wenigsten besuchte Land Europas. Zwar verzeichnete es 2025 laut dem Magazin «Time Out» einen spürbaren Anstieg der Besucherzahlen. Doch Tourismus bleibt eine zentrale Wachstumschance.

Nach den Zerstörungen der Weltkriege wurde Infrastruktur über Jahrzehnte nur langsam aufgebaut. Heute setzt Moldawien auf sanften Kulturtourismus, Weinerlebnisse und Entdeckungen in der Hauptstadt Chișinău.
Einnahmen aus dem Tourismus helfen, historische Stätten zu erhalten und Arbeitsplätze zu schaffen – vor allem ausserhalb der Hauptstadt.
2. Gambia
Der Tourismus ist für Gambia längst mehr als ein Zusatzgeschäft. Klimawandel und sinkende Erträge in der Landwirtschaft haben das Land gezwungen, neue wirtschaftliche Wege zu gehen.

Heute steht gemeinschaftsbasierter Tourismus im Fokus. Reisende übernachten in Lodges oder Homestays. Sie wandern durch Mangrovenlandschaften oder besuchen Dorfgemeinschaften entlang des Gambia-Flusses.
Die Einnahmen fliessen direkt in lokale Betriebe und sichern Existenzen in Regionen ohne industrielle Alternativen.
3. Jordanien
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat Jordaniens Tourismus hart getroffen. Besucherzahlen brachen ein, obwohl das Land selbst als sicher gilt.

Für viele Gemeinden, insbesondere entlang des Jordan Trails oder rund um Petra, sind Reisende eine essenzielle Einnahmequelle.
Jordanien setzt bewusst auf lokale Anbieter, Familienunterkünfte und Wanderangebote. Jeder Gast trägt dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern und kulturelles Erbe zu bewahren.
4. Tadschikistan
Tadschikistan zählt zu den ärmsten Ländern Zentralasiens, verfügt jedoch über ein enormes Naturpotenzial.

Trekkingtouren im Gebirge oder Begegnungen mit den Pamir-Gemeinschaften bringen Einkommen in abgelegene Bergregionen.
Der Tourismus ist hier klein, aber wirkungsvoll: Geführte Reisen schaffen Perspektiven für lokale Guides, Köche und Gastfamilien. In Gegenden, die sonst kaum wirtschaftliche Möglichkeiten haben.
5. Paraguay
Paraguay steht oft im Schatten seiner grossen Nachbarn. Dabei ist das Land kulturell reich und ökologisch vielfältig.

Besonders die dünn besiedelte Chaco-Region bietet Chancen für naturverträglichen Tourismus.
Einnahmen aus Vogelbeobachtung, Kulturreisen und Besuchen in der Hauptstadt Asunción tragen dazu bei, alternative Einkommensquellen zu schaffen. Ausserdem finanzieren sie den Erhalt von Natur und Traditionen.
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.
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