Deutscher Theaterregisseur inszeniert Schweizer Literatur
Der 1979 im deutschen Weimar geborene freischaffende Theaterregisseur Tilmann Köhler inszeniert an den Bühnen Bern «Ewige Sonne» nach zwei Romanen des Westschweizer Autors Charles Ferdinand Ramuz.

Das ist nicht seine erste Arbeit in der Schweiz. 2021 war er an den Bühnen Bern mit «Von schlechten Eltern» nach dem gleichnamigen Roman von Tom Kummer. Am Theater Basel hat er 2019 den Roman «Das grosse Heft» von Agota Kristof inszeniert und 2017 die Novelle «Die Schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf.
Bemerkenswert an seinen Arbeiten in der Schweiz ist, dass sich der Deutsche jedes Mal für Prosatexte entschieden hat, die von einer Autorin und Autoren aus der Schweiz geschrieben wurden. Seine Herangehensweise ist jeweils, «Bilder im Kopf der Zuschauenden entstehen zu lassen, die nichts festschreiben und stattdessen Assoziationsräume öffnen», wie er zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagt.
Die Entstehung von «Ewige Sonne» beschreibt er als «kollektiven Prozess mit einem Team, das ich schon lange kenne». Die Dramaturgin Felicitas Zürcher hat ihn auf die beiden Romane «Sturz in die Sonne» und «Dorf im Himmel» aufmerksam gemacht und auch die erste Fassung für die Bühne geschrieben. Mit ihr hat er zuvor am Staatsschauspiel Dresden das Schauspielstudio der Leipziger Schauspielschule Felix Mendelssohn Bartholdy geleitet.
Das Bühnenbild aus flexiblen blauen Quadern hat Karoly Risz entworfen. Mit ihm arbeitet Köhler seit über 20 Jahren zusammen. Auch mit der Kostümbildnerin Susanne Uhl, dem Musiker Matthias Krieg, dem Lichtdesigner Michael Gööck und der choreographischen Mitarbeiterin Gal Fefferman besteht seit langem ein Arbeitsverhältnis.
Köhler arbeitet regelmässig an zahlreichen Bühnen vor allem im deutschsprachigen Raum, zuletzt am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Staatsschauspiel Dresden oder am Schauspiel Bonn. Mit der Oper «Teseo» von Georg Friedrich Händel gab er 2013 an der Oper Frankfurt zudem sein Debüt als Opernregisseur, dem weitere Arbeiten im Musiktheater folgten.






