Deutsche Ko-Produktion gewinnt beim Sundance-Festival
Der Film «Shame and Money» des im Kosovo geborenen und seit 1993 in Deutschland lebenden Regisseurs Visar Morina hat beim Sundance-Festival im US-Bundesstaat Utah einen wichtigen Preis gewonnen. Die deutsche Ko-Produktion holte in der internationalen Wettbewerbssparte «World Cinema Dramatic Competition» den Grand-Jury-Preis, wie die Veranstalter am Freitag bekanntgaben. Der Film dreht sich um eine Familie aus dem ländlichen Kosovo, die nach dem Verlust ihres Lebensunterhalts in die Hauptstadt umzieht.

Die Jury lobte Morinas Film als «kraftvolle und einzigartige Darstellung von menschlicher Würde» mit einem «tiefen Mitgefühl» für seine Figuren. Der Regisseur war bereits 2020 mit der deutschen Ko-Produktion «Exil» mit Hauptdarstellerin Sandra Hüller im Sundance-Wettbewerb vertreten gewesen.
Der Hauptpreis des Festivals in der Sparte «U.S. Dramatic Competition» ging an das Drama «Josephine» von Regisseurin Beth de Araújo. Channing Tatum und Gemma Chan darin spielen ein Ehepaar, dessen achtjährige Tochter im Golden Gate Park in San Francisco Zeugin einer Vergewaltigung wird. Das bewegende Drama holte zudem den Publikumspreis. «Josephine» wird auch bei der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb laufen.
Zur besten US-Doku wählte die Jury den Film «Nuisance Bear» über einen Eisbären, dessen Lebensraum von Menschen immer mehr eingeengt wird. Der in den Bergen Montenegros gedrehte Film «To Hold a Mountain» erhielt die Auszeichnung in der Kategorie «World Cinema Documentary». Es geht um eine Schäferin und ihre Tochter, die sich dagegen wehren, dass die Bergregion zu einem NATO-Übungsgelände wird.
Das grösste US-Filmfest für unabhängige Produktionen mit über 90 Spielfilmen wurde zum 42. Mal veranstaltet. Es fand zum letzten Mal in dem kleinen Wintersportort Park City in Utah statt. 2027 verlegt es seinen Sitz nach Boulder im Nachbarstaat Colorado.
Für viele kleinere Filme ist das Sundance-Festival ein Sprungbrett, um Verleiher und ein breiteres Publikum zu finden. 2021 holte etwa das Gehörlosen-Drama «Coda» die Spitzenpreise der Jury und der Zuschauer, später wurde es bei den Oscars als «Bester Film» gefeiert. Im vorigen Jahr gewann die beissende Kriegs-Satire «Atropia» den Hauptpreis.










