Deutsch-Israelin spricht über Trauma der Geiselhaft im Gazastreifen
Die Deutsch-Israelin Arbel Yehud hat nach eigenen Angaben mehrfach versucht, sich während ihrer Geiselhaft im Gazastreifen das Leben zu nehmen. Sie habe diese Versuche beendet, nachdem sie kurz vor ihrer Freilassung auf einer Kundgebung in Israel Schilder mit ihrem Bild und dem ihres ebenfalls entführten Freundes Ariel Cunio gesehen habe, sagte Yehud in einem gemeinsamen Interview mit Cunio dem israelischen Sender Channel 12. Das habe sie als Verpflichtung gesehen zurückzukehren.

Yehud sagte weiter, sie und Cunio seien bis heute nicht in der Lage, über die Gräuel ihrer Gefangenschaft in den Händen der Terrororganisation Islamischer Dschihad zu sprechen. «Wir sind beide noch nicht dort. Das ist sehr schwer», sagte die 30-Jährige. «Ich schätze und bewundere die Entführten so sehr, die es schaffen, sich hinzusetzen und den Mund aufzumachen und zu erzählen und ihr Trauma zu öffnen, den «Koffer» zu öffnen.» Ihre Erinnerungen an die sehr lange Zeit und die Dinge, die sie durchgemacht habe, lägen in einem «geschlossenen, geschlossenen Koffer».
Die Deutsch-Israelin war am 30. Januar 2025 nach 482 Tagen Geiselhaft freigekommen; Cunio am 13. Oktober 2025 nach 738 Tagen.
Die chaotischen Szenen während der Übergabe von Yehud an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sorgten damals für Empörung. Sie und der damals 80-Jährige Gadi Moses mussten langsam durch eine grosse, dicht gedrängte und laut schreiende Menschenmenge laufen. Vermummte und bewaffnete Islamisten begleiteten und schützten sie. Israelische Fernsehkommentatoren sprachen in Anlehnung an den Kreuzweg Jesu von einer «Via Dolorosa».






