Eishockey-Medaillenfeier zwischen Dankbarkeit und Enttäuschung

Keystone-SDA
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Zürich,

Trotz der knapp verpassten ersten WM-Goldmedaille wird die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft am Montagabend in Zürich gefeiert. Die Enttäuschung ist den Spielern am Tag nach dem Spiel aber nach wie vor anzumerken.

Nati Volkshaus Zürich
«Ihr seid die Besten», ruft ein Fan im gut gefüllten Volkshaus in Zürich. Die Eishockey-Nati wird trotz der verpassten Gold-Medaille gefeiert. - keystone

«Ihr seid die Besten», ruft ein Fan im gut gefüllten Volkshaus in Zürich. Als in einem Rückblick diverse Tore der Schweizer auf dem Bildschirm zu sehen sind, wird jedes einzelne bejubelt. «Wer nöd gumped, isch kei Schwiizer», wird angestimmt. Als Captain Roman Josi vor das Mikrofon tritt, wird «Happy Birthday» gesungen; der MVP der Heim-WM feiert am Montag seinen 36. Geburtstag.

Die Stimmung ist gut unter den vielleicht 1500 Fans, doch den Spielern ist anzumerken, dass der Stachel, mit der 0:1-Niederlage nach Verlängerung gegen Finnland zum dritten Mal in Serie einen WM-Final verloren zu haben, nach wie vor tief sitzt. Selbst als «W. Nuss vo Bümpliz» abgespielt wird, jenes Lied, mit dem das Team gemeinsam mit den Zuschauern im Stadion die meisten Siege feierte, bleiben die Münder geschlossen.

Zum Abschluss recken die Spieler gemeinsam mit den Fans die Arme in die Höhe, dann verlassen sie die Bühne wieder, und bald schon zerstreut sich die Menge.

So machte das Ganze trotz der lautstarken Fans eher den Eindruck einer Pflichtübung. Es gab auch kein Rahmenprogramm; einzig stellte Moderatorin Annette Fetscherin ausgewählten Spielern einige Fragen. Sven Andrighetto, mit vier Toren und elf Assists der Topskorer des Turniers, brachte das Wort Dankbarkeit ins Spiel. «Wir werden sehr viele Momente in guter Erinnerung behalten», sagte er. Josi ergänzte: «Es war unbeschreiblich, wir können nicht genügend danken.»

Torhüter Leonardo Genoni, der die WM mit einer sensationellen Abwehrquote von 97,03 Prozent abschloss, antwortete auf die Frage, ob es schwierig sei, zu akzeptieren, den Titel nicht gewonnen zu haben: «Das wäre das i-Tüpfelchen gewesen, aber auch ohne die Goldmedaille haben wir noch nie etwas so Schönes erlebt wie an dieser Heim-WM.» So viele Menschen zu sehen, die Freude haben und strahlen, sei etwas, das ihn sehr beeindruckt habe, zumal die Schweiz eher als zurückhaltend gelte.

Nino Niederreiter, der bei sämtlichen fünf verlorenen WM-Finals dabei war, sagte: «Es ist unser Job und jener der nächsten Generation, dies weiterzuführen und alles dafür zu tun, dass wir eines Tages Weltmeister werden.» Zunächst ist nun aber Erholung angesagt.

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