In Myanmar gibt es wieder Proteste. Die Demonstranten zeigen mit Blumen ihre Solidarität mit der festgesetzten Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Diese wird von der Junta weiter festgehalten.
Bereits unter der Woche hatte es Demonstrationen für Aung San Suu Kyi gegeben, die inzwischen vor Gericht steht. Foto: Andre Malerba/ZUMA Wire/dpa
Bereits unter der Woche hatte es Demonstrationen für Aung San Suu Kyi gegeben, die inzwischen vor Gericht steht. Foto: Andre Malerba/ZUMA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In Myanmar haben am Samstag zahlreiche Menschen zum Zeichen ihrer Unterstützung für die entmachtete und festgesetzte Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit Blumen im Haar demonstriert.

Anlass für den landesweiten sogenannten «Blumenstreik» war der 76. Geburtstag der beliebten Politikerin, die sich meist mit frischen Blumen im Haar präsentiert, wie örtliche Medien berichteten.

«Ich möchte, dass sie weiss, wie sehr die Menschen sie lieben», sagte die Demonstrantin Yin Yin in der grössten Stadt Yangon der Deutschen Presse-Agentur. Auch in sozialen Netzwerken waren Fotos von Menschen mit Blumenschmuck zu sehen.

Suu Kyi sitzt seit dem Militärputsch von Anfang Februar im Hausarrest. Diese Woche begann der Prozess gegen die Friedensnobelpreisträgerin. Die Justiz wirft ihr ein halbes Dutzend Vergehen vor. Beobachter und Menschenrechtsexperten vermuten, dass die Junta die Politikerin durch die Verfahren langfristig zum Schweigen bringen will. Unter anderem muss sie sich wegen Verstössen gegen die Aussenhandelsgesetze, Verletzung von Corona-Massnahmen und Anstiftung zum Aufruhr verantworten.

Das frühere Birma versinkt seit dem Putsch in Chaos und Gewalt. Das Militär unterdrückt jeden Widerstand mit brutaler Härte. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden mindestens 870 Menschen getötet. Mehr als 6000 wurden festgenommen.

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