Berichte: Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi im Hausarrest
In Myanmar ist die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi übereinstimmenden Medienberichten zufolge vom Gefängnis in den Hausarrest verlegt worden. Bekanntgegeben habe die Nachricht der staatliche Fernsehsender MRTV, berichtete das Portal «New Day Myanmar». Präsident Min Aung Hlaing habe die verbleibende Haftstrafe der 80-Jährigen in einen Hausarrest umgewandelt, zitierte der englischsprachige Sender Channel News Asia aus einer Erklärung des Präsidentenbüros.

Der Sender MRTV veröffentlichte ein Foto von Suu Kyi auf einer Holzbank sitzend. Ihr gegenüber sitzen zwei uniformierte Männer. Seit langem hat es keine Bilder mehr von Suu Kyi gegeben, sie war seit Jahren weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Zuletzt hatte es Sorge um die Friedensnobelpreisträgerin gegeben. Aktivisten in Myanmar starteten eine internationale Kampagne, um ein Lebenszeichen von ihr zu erzwingen.
UN-Generalsekretär António Guterres liess über seinen Sprecher ausrichten, dass er die Entscheidung begrüsse. «Dies ist ein bedeutsamer Schritt hin zu Bedingungen, die einem glaubwürdigen politischen Prozess förderlich sind», sagte Sprecher Stéphane Dujarric in New York.
Die entmachtete frühere Regierungschefin und einst als Freiheitsikone gefeierte Suu Kyi war im Zuge des Militärputschs vom Februar 2021 festgenommen worden. Sie wurde später wegen angeblicher Vergehen zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
In den vergangenen Jahren hat die Militärjunta anlässlich wichtiger Feiertage bereits mehrfach Tausende Häftlinge freigelassen. Am Donnerstag gab es eine gross angelegte Begnadigungsaktion anlässlich eines buddhistischen Feiertages. Die Strafen der Häftlinge, die nicht begnadigt wurden, wurden um ein Sechstel verkürzt.
Kürzlich hatten die Behörden anlässlich des Neujahrsfestes in dem südostasiatischen Land Tausende Gefangene freigelassen, darunter überraschend den früheren Präsidenten Win Myint. Zunächst gab es Spekulationen, dass auch Suu Kyi freikommen könnte – jedoch gehörte sie nicht zu den Begnadigten. Stattdessen wurde nur ihre Haftstrafe um wenige Jahre reduziert.
Seit dem Putsch 2021 befindet sich Myanmar in einer schweren Krise. Das Militär hatte damals die gewählte Regierung entmachtet, was landesweite Proteste und einen anhaltenden bewaffneten Konflikt auslöste. Seither prägen Gewalt, wirtschaftlicher Niedergang und Widerstand gegen die Junta das Land.
Anfang April hatte das vom Militär kontrollierte Parlament Armeechef Min Aung Hlaing zum Präsidenten gewählt. Kritiker und internationale Beobachter sehen darin jedoch keinen echten demokratischen Prozess, sondern eine Inszenierung zur Festigung der Militärmacht.










