Japan äusserte Kritik an den chinesischen Militärmanövern um Taiwan. Russlands und Chinas Aussenminister reagieren darauf, indem sie den Sitzungssaal verlassen.
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Chinas Aussenminister Wang Yi (r) empfängt seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Guilin. (Archiv) - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Asean-Ministertreffen verliessen Russland und Chinas Aussenminister den Saal.
  • Dies geschah kurz bevor ihr japanischer Kollege eine Rede halten sollte.
  • Somit reagieren Russland und China auf Japans Kritik in der Taiwan-Krise.

Die Aussenminister Russlands und Chinas haben beim Ministertreffen des Verbands Südostasiatischer Nationen (Asean) einem Medienbericht zufolge mit einer Protestaktion auf Kritik aus Japan reagiert.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf diplomatische Quellen beim Treffen in Phnom Penh berichtete, verliessen der russische Aussenminister Sergej Lawrow und Chinas Chefdiplomat Wang Yi den Sitzungssaal, als der Redebeitrag ihres japanischen Kollegen Yoshimasa Hayashi anstand. Damit reagierten sie offenbar auf Japans Kritik an Chinas militärischen Manövern vor Taiwan sowie an Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, hiess es.

Japan kritisierte Chinas Militärmanöver

Japan hatte zuvor gemeinsam mit den weiteren führenden demokratischen Wirtschaftsmächten (G7) betont, dass es keinen Grund dafür gebe, den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan als Vorwand «für aggressive militärische Aktivitäten» zu benutzen.

Taiwan
Die Spannungen spitzen sich zu: China lässt seine Militärmanöver rund um Taiwan anlaufen. - dpa

Der Besuch Pelosis war die ranghöchste Visite aus den USA seit einem Vierteljahrhundert. Peking sieht die Insel als Teil der Volksrepublik an und droht mit einer militärischen Eroberung. Taiwan hingegen versteht sich als unabhängig.

Das chinesische Aussenministerium China bestellte den japanischen Botschafter ein. Das Aussenamt berichtete am Freitag, ihm sei ein formeller Protest übergeben worden. Am Tag zuvor waren ähnlich schon die Botschafter der weiteren G7-Staaten und der EU-Vertreter einbestellt worden.

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