18'000-Franken-Wohnung in Zug findet keine Mieter
Eigentlich sollte die 242-Quadratmeter-Wohnung zum Rekordpreis vermietet werden. Doch auch nach einer Preissenkung auf 18'000 Franken fand sie keinen Abnehmer.

Das Wichtigste in Kürze
- In Zug findet eine Luxuswohnung trotz Preissenkung von 25'000 auf 18'000 keine Mieter.
- Die Anforderungen der Interessenten hätten nicht zum Objekt gepasst, heisst es.
- Der Luxusmarkt gilt als selektiv, trotz stark gestiegener Preise seit 2019.
Der Immobilienmarkt im Kanton Zug boomt seit Jahren. Eigentum ist stark gestiegen, auch Mieten im oberen Segment erreichen Rekordhöhen. Doch eine 242-Quadratmeter-Wohnung zeigt, dass selbst in Zug nicht jedes Luxusobjekt sofort einen Abnehmer findet.
Die 1981 erbaute und 2023 renovierte Wohnung wurde zunächst für 25'000 Franken pro Monat angeboten, wie «Zentralplus» berichtet.
Mangels Mieter senkte die zuständige Firma Properti AG den Preis im Sommer auf 18'000 Franken inklusive Nebenkosten. Dennoch blieb das Objekt lange auf der Plattform Homegate ausgeschrieben.
Properti-Geschäftsführer Levent Künzi erklärt gegenüber dem Newsportal, es habe durchaus Interessenten gegeben.
«Bislang kam jedoch kein Mietverhältnis zustande, da Anforderungen und Vorstellungen der Interessenten nicht vollständig mit den Rahmenbedingungen des Objekts übereinstimmten.» Gerade im Hochpreissegment sei der Markt «anspruchsvoll und selektiv».
Luxuspreise steigen seit Jahren
Eine Studie der UBS zeigt, dass die Preise für Luxus-Eigentum in Zug seit 2019 um über 40 Prozent gestiegen sind. 2024 seien sie leicht um rund zwei Prozent gesunken, was laut UBS auf frühere «Preisübertreibungen» zurückzuführen sei.
Branchenvertreter sehen keine generelle Nachfrageschwäche. Oliver Bader von Bader Immobilien in Luzern betont, wer 20'000 Franken Miete zahle, suche «individuelle Lösungen für konkrete Bedürfnisse».
Häufig handle es sich um Expats oder internationale Führungskräfte, die zunächst flexibel bleiben wollten. Auch Chantal Herzog von Place Premium Real Estate AG spricht von einer stabilen Nachfrage.
Wohnungen über 10'000 Franken seien selten, passende Objekte würden oft «innert weniger Wochen» vermietet.
Hohe Erwartungen der Vermieter verlängern den Prozess
Neben Lage, Architektur und Seesicht rechtfertigten Zusatzleistungen wie Concierge-Services die Preise. Eigentümer hätten zudem oft hohe Erwartungen an ihre Mieter, was den Prozess verlängern könne.
Kurz nach einer Medienanfrage wurde das Inserat für die 18'000-Franken-Wohnung offline genommen. Trotz Einzelfällen bleibt der Luxusmarkt in Zug laut Experten stabil – allerdings für eine sehr kleine, internationale Zielgruppe.















