Der Onkel des syrischen Machthabers Baschar al-Assad entgeht seiner drohenden Haftstrafe in Frankreich offenbar durch eine Rückkehr nach Syrien.
Syrien
ARCHIV - Rifaat al-Assad, ein Onkel des syrischen Präsidenten Assad, bei einem Interview mit der Associated Press. Rifaat al-Assad ist vom einem Pariser Gericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Foto: Michel Euler/AP/dpa - Keystone

Präsident Assad habe Rifaat al-Assad nach dessen Jahrzehnten im Exil die Rückkehr nach Syrien erlaubt, berichtete die regierungsnahe Zeitung Al-Watan. Er sei in Damaskus eingetroffen, berichtete die Zeitung am späten Freitagabend. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. In Frankreich drohen Rifaat al-Assad nach einem Gerichtsprozess zu seinem dortigen Immobilienvermögen vier Jahre Haft.

Der heute 83 Jahre alte Rifaat al-Assad hatte Syrien 1984 nach einem gescheiterten Umsturzversuch gegen seinen Bruder Hafis verlassen.

Dieser hatte Syrien bis zur Machtübernahme durch seinen Sohn Baschar im Jahr 2000 regiert. Der Präsident habe seinem Onkel verziehen und ihm die Rückkehr erlaubt, um die Inhaftierung in Frankreich zu verhindern, hiess es. Zudem habe Baschar al-Assad das Eigentum seines Onkels in Spanien beschlagnahmt.

Ein Pariser Gericht hatte Rifaat al-Assad im vergangenen Jahr für schuldig erklärt, zwischen 1996 und 2016 bandenmässig öffentliche Gelder aus Syrien gewaschen zu haben. Nach Ansicht des Gerichts hatte er in Frankreich auf betrügerische Art ein etwa 90 Millionen Euro schweres Vermögen aufgebaut. Ausserdem wurde beschlossen, sein Immobilienvermögen zu beschlagnahmen. Ein Berufungsgericht bestätigte das Urteil vergangenen Monat.

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