Asbest in Spielsand? Belgien ergreift Vorsichtsmassnahmen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Belgien,

Wegen möglicher Asbestbelastung warnt die belgische Regierung vor der Nutzung von Spielsand. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten Spielsand bis auf Weiteres nicht mehr verwenden. Zugleich werden Händler aufgefordert, entsprechende Produkte vorerst nicht mehr zu verkaufen. Das betrifft unter anderem kinetischen Sand sowie Sand für Spieltische und Bastelsets, wie der Minister für Verbraucherschutz, Rob Beenders, und Wirtschaftsminister David Clarinval erklärten. Die Empfehlung gehe aus einer Mitteilung des öffentlichen belgischen Gesundheitsdienstes hervor.

Sandkasten Schaufel Kind
Ein Kind spielt mit einem Traktor mit Anhänger in einem Sandkasten. - Unsplash

Hintergrund für die Vorsichtsmassnahme in Belgien sei eine Untersuchung in den Niederlanden, bei der Asbest in Spielsand nachgewiesen worden sei. Allerdings heisst es in der Mitteilung weiter: «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Bestätigung dafür, dass asbesthaltiger Spielsand auch in Belgien im Umlauf ist» Zudem sei Belgien bislang weder von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch vom europäischen Frühwarn- und Reaktionssystem für grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren offiziell informiert worden. Darüber hinaus sei noch nicht belegt, ob tatsächlich ein Gesundheitsrisiko für Kinder bestehe, die mit diesem Spielsand in Kontakt gekommen seien.

Ende des Jahres wurden auch in Australien und in Neuseeland Asbestspuren in Spielsand gefunden. Wie der belgische Gesundheitsdienst weiter mitteilt, sei es nach Einschätzung von Experten schwierig festzustellen, welche Produkte Asbest enthalten und welche nicht. Das hänge mit der Art der Sandgewinnung in China zusammen: Der Boden von Steinbrüchen und Sandminen könne Asbest enthalten. Beim Bohren könnten Asbestfasern freigesetzt werden, die sich mit dem Sand vermischen.

Laut Umweltbundesamt ist Asbest die Sammelbezeichnung für natürlich vorkommende, faserartige silikatische Minerale mit Faserdurchmessern bis herab zu 2 Mikrometern. Der Stoff wurde über Jahrzehnte in sehr grossen Mengen beim Bauen verwendet – kann jedoch verschiedene Krebsarten auslösen. In Deutschland sind Herstellung und Verwendung seit 1993 untersagt.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4525 (nicht angemeldet)

Info: Asbest ist ein natürliches Material, das auch in Gesteinen in der Schweiz vorkommt. Erosion oder Abrieb führen dazu, dass die Asbestfasern auch in der Luft oder im Wasser in geringen Konzentrationen anzutreffen sind. Bevor die Gefahr von Asbest für die Gesundheit bekannt war, wurde er in zahlreichen Anwendungen in Baumaterialien und in der Industrie eingesetzt. Werden diese Materialien bearbeitet, können grosse Mengen Asbestfasern freigesetzt werden.

User #4872 (nicht angemeldet)

Noch immer ist die Frage offen, wie sicher dann der Sand in Schulen, Spielplätzen usw hier in der CH ist. wurde das überall geprüft ?

Weiterlesen

Kriegsverbrechen Trump
97 Interaktionen
Iran-Krieg
Biomilch
308 Interaktionen
Schon im Sommer

MEHR IN NEWS

artemis
8 Interaktionen
Neue Fotos
-
Also doch!
Edelweiss Airbus A320neo
3 Interaktionen
Flottenstrategie
Kantonspolizei Schwyz
9 Interaktionen
Innerschwyz SZ

MEHR AUS BELGIEN

EU-Parlament
2 Interaktionen
Brüssel
EU-Parlament
17 Interaktionen
Brüssel
Kaja Kallas
29 Interaktionen
Brüssel