74 Tote bei Festnahme von Drogenboss «El Mencho» in Mexiko
Gewaltwelle in Mexiko: Nach der Tötung eines mächtigen Drogenbosses durch das Militär ruft Präsidentin Claudia Sheinbaum die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach dem Tod eines Drogenbosses in Mexiko herrschen landesweit Gewaltausschreitungen.
- Präsidentin Claudia Sheinbaum ruft zu Ruhe und Vorsicht auf.
- Kartellchef El Mencho starb am Sonntag nach einem Militäreinsatz im Bundesstaat Jalisco.
- Die aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker.
Kartellchef Nemesio Oseguera Cervantes erlag am Sonntag nach einem Militäreinsatz zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco seinen Verletzungen. Der 59-Jährige, auch bekannt als «El Mencho», war der Anführer des extrem gewalttätigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG; auf Deutsch «Jalisco Neue Generation»).
Daraufhin wurden in Bundesstaaten wie Jalisco, Michoacán und Guanajuato, Strassen durch brennende Fahrzeuge blockiert. Zudem wurden Stützpunkte der Nationalgarde attackiert, wie örtliche Medien berichteten. Es soll dabei Tote und Verletzte gegeben haben.
Die aktuellen Entwicklungen gibt es hier im Liveticker:
EDA passt Reisehinweise zu Mexiko an: «Lassen Sie höchste Vorsicht walten»
17.18: Das Eidgenössiche Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat die Reisehinweise für Mexiko angepasst: Unter Aktuelles heisst es neu: «Am 22. Februar 2026 kam es im Bundesstaat Jalisco, insbesondere in den Städten Guadalajara und Puerto Vallarta nach einer militärischen Operation der Sicherheitskräfte gegen die organisierte Kriminalität zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit mehreren Todesopfern sowie zu Brandstiftungen.

Und weiter schreibt das EDA auf seiner Webseite: «In der Folge wurden verstärkte Sicherheitsmassnahmen in Jalisco eingeleitet. Die Behörden in Puerto Vallarta haben eine Warnung veröffentlicht, zu Hause zu bleiben und nicht notwendige Reisen in die betroffenen Gebiete zu vermeiden. Mit Verkehrsbehinderungen und Strassensperren muss gerechnet werden, der Flugverkehr kann beeinträchtigt oder eingeschränkt werden. Auskünfte erteilen die Fluggesellschaften. Auch aus anderen Teilen Mexikos wurden in diesem Zusammenhang Sicherheitsvorfälle gemeldet. Lassen Sie höchste Vorsicht walten. Die weitere Entwicklung ist ungewiss.»
Das EDA rät zudem: «Meiden Sie Massenveranstaltungen und Kundgebungen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z. B. Ausgangssperren). Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter oder bei den lokalen Behörden über die Lage.»
74 Tote bei Festnahme von Drogenboss «El Mencho» in Mexiko
16.19: Bei der Festnahme des mexikanischen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» und anschliessenden Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Verdächtigen sind mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen. Darunter seien auch 25 Beamte der Nationalgarde, sagte Sicherheitsminister Omar García Harfuch.
Harfuch, sagte an einer Pressekonferenz, dass Dutzende Menschen bei «feigen Angriffen auf Behörden» im Bundesstaat Jalisco ums Leben gekommen seien, wie «CNN» berichtet.
Er gab demnach an, dass es in dem Bundesstaat zu sechs Angriffen gekommen sei.

«Fünfundzwanzig Mitglieder der Nationalgarde, ein Gefängniswärter und ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft kamen ums Leben», sagte er. Er berichtete ausserdem, dass eine Frau ums Leben gekommen sei und dass «30 Kriminelle ebenfalls ihr Leben verloren haben».
750 Schweizer in Jalisco gemeldet
13.40: Auf Anfrage von Nau.ch teilt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit, dass in Mexiko 6500 Schweizer Staatsangehörige gemeldet sind. 750 von ihnen im Bundesstaat Jalisco, wie Mediensprecher Jonas Montani erklärt.
Derzeit seien 220 Personen im «Travel Admin» als Reisende in Mexiko registriert.
Das EDA stellt zudem klar, dass keine organisierten Ausreisen für Schweizer Staatsangehörige geplant sind.
Touristen zittern in Mexiko-Ferien wegen Drogenkrieg-Eskalation
11.55: In beliebten Urlaubsorten wie Puerto Vallarta und Guadalajara sitzen derzeit zahlreiche Touristen fest. Hotels riegelten ihre Gebäude ab und forderten Gäste auf, in ihren Zimmern zu bleiben.
Reisende berichten von Evakuierungen, Explosionen in der Nähe ihrer Unterkünfte und brennenden Fahrzeugen auf den Strassen. Viele sprechen von Angst und Unsicherheit, während sie auf weitere Informationen warten.

Besonders dramatisch ist die Lage rund um den Flughafen von Guadalajara. Dort kam es zu Zwischenfällen, Rauch war über dem Gelände zu sehen, zeitweise rannten Menschen in Panik durch das Terminal. Mehrere Flüge – vor allem in die USA – wurden gestrichen oder verschoben.
Urlauber berichten, dass sie ihre Heimreise kurzfristig umbuchen mussten und nun hoffen, am nächsten Tag ausfliegen zu können. Teilweise gibt es vorerst keine Verbindungen, sodass Touristen in den Ferienorten ausharren müssen. Öffentlicher Nahverkehr ist mancherorts eingestellt, was die Anreise zu Flughäfen zusätzlich erschwert.

So erzählt etwa die amerikanische Touristin Katy Holloman auf Facebook, dass ihr geraten worden sei, im Hotel zu bleiben: «Die Strasse ist wegen des Kartells gesperrt. Es gibt keine Flüge vom Flughafen in die USA. Die Flüge wurden auf morgen Nachmittag umgebucht und wir beten, dass wir es nach Hause schaffen.»
Sorge um die Fussball-WM im Sommer
11.06: In 108 Tagen soll in Mexiko das Eröffnungsspiel der Fussball-WM steigen. In Mexiko-Stadt trifft der Gastgeber auf Südafrika. Insgesamt wird in 3 Städten gespielt, neben der Hauptstadt noch in Monterrey und in Guadalajara.

In Guadalajara stehen vier Partien auf dem Programm, darunter das Kracher-Duell Uruguay gegen Spanien. Doch jetzt rennen am Flughafen von Guadalajara Menschen um ihr Leben.
Kann unter solchen Umständen in wenigen Monaten eine WM stattfinden? Offiziell laufen die Vorbereitungen weiter. Doch die Bilder aus Mexiko werfen einen langen Schatten auf das Turnier.
Übrigens: Die Schweizer Nati muss nicht nach Mexiko. Die Mannschaft von Coach Murat Yakin absolviert ihre WM-Spiele in San Francisco, Los Angeles und Vancouver.
Präsidentin Claudia Sheinbaum ruft zu Ruhe und Ordnung auf
09.15: «Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren», schrieb die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum auf der Plattform X. Die Sicherheitskräfte waren in erhöhter Alarmbereitschaft. Bandenmitglieder setzten in mehreren Bundesstaaten Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand. Mehrere Botschaften riefen ihre Bürger auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Botschaft der USA sowie die diplomatischen Vertretungen anderer Länder forderten ihre Bürger in Mexiko zu erhöhter Wachsamkeit auf. Unter anderem wurde vor Gewalttaten in den beliebten karibischen Urlaubszielen Cancún, Cozumel und Tulum gewarnt.
Flüge nach Mexiko gestrichen
08.12: Aus Sicherheitsgründen strichen oder leiteten Fluggesellschaften Flüge nach Mexiko um. Darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta, einer touristischen Stadt an der Pazifikküste, die auch von der Gewaltwelle betroffen war.

Im Bundesstaat Michoacán, dem Geburtsort von «El Mencho», soll der Unterricht in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen heute ausfallen. Das kündigte Gouverneur Alfredo Ramírez an.
Nicht einmal nach der Festnahme des berüchtigten Drogenbosses Joaquín «El Chapo» Guzmán, war es in Mexiko zu ähnlichen Gewaltvorfällen gekommen. Der Anführer des Sinaloa-Kartells wurde 2016 verhaftet. «El Chapo» verbüsst derzeit eine lebenslange Haftstrafe in den USA.












