67 Tote bei Aufständen in drei Gefängnissen in Ecuador

    AFP
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    Ecuador,

    Bei einer Reihe gewalttätiger Auseinandersetzungen in mehreren Gefängnissen sind in Ecuador über 70 Menschen ums Leben gekommen.

    Haftanstalt in der ecuadorianischen Grossstadt Guayaquil
    Haftanstalt in der ecuadorianischen Grossstadt Guayaquil - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Ecuador sind ¨über 70 Tote nach Gefängnissaufständen gemeldet worden.
    • Präsident Lenín Moreno machte kriminelle Banden für die Gewalt verantwortlich.

    Mindestens 75 Häftlinge seien bei den Kämpfen in den Strafanstalten in Guayaquil, Cuenca und Latacunga getötet worden, teilten die Regierung des südamerikanischen Landes am Dienstag mit.

    Auslöser der Auseinandersetzung war offenbar ein internen Machtkampf innerhalb der Bande Los Choneros, nachdem deren obersten Anführer José Luis Zambrano alias "Rasquiña" im Dezember getötet worden war.

    Nach Angaben der Gefängnisverwaltung hatte ein Justizvollzugsbeamter zuletzt Schusswaffen in das Gefängnis von Guayaquil geschmuggelt. Die Waffen sollten offenbar für Anschläge auf Mitglieder rivalisierender Gruppen innerhalb der Gang dienen.

    Tränengas steigt aus Teilen eines Gefängnisses in der Stadt Cuenca auf, in dem ein Häftlingsaufstand ausbrach. Bei mehreren Gefangenenmeutereien in Ecuador sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Foto: Marcelo Suquilanda/AP/dpa
    Tränengas steigt aus Teilen eines Gefängnisses in der Stadt Cuenca auf, in dem ein Häftlingsaufstand ausbrach. Bei mehreren Gefangenenmeutereien in Ecuador sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Foto: Marcelo Suquilanda/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Marcelo Suquilanda

    Los Choneros ist die mächtigste kriminelle Organisation Ecuadors. Die Bande ist in Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Auftragsmorde verwickelt und soll mit mexikanischen und kolumbianischen Verbrechersyndikaten zusammenarbeiten.

    Innenminister Patricio Pazmiño sprach von einer konzertierten Aktion krimineller Organisationen. Präsident Lenín Moreno kündigte den Einsatz des Militärs an.

    «Als Konsequenz der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden in drei Gefängnissen des Landes, habe ich die Streitkräfte beauftragt, die Aussenbereiche der Haftanstalten strikt auf Waffen, Munition und Sprengstoff zu kontrollieren», schrieb der Staatschef auf Twitter.

    Schusswaffen, Macheten und Messer sichergestellt

    Nachdem die Sicherheitskräfte die Haftanstalten wieder unter Kontrolle gebracht hatten, durchsuchten die Ermittler die Zellen. Dabei wurden in Guayaquil Schusswaffen, Macheten, Messer und Mobiltelefone sichergestellt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

    «Ich bin gerade rausgekommen. Sie haben an die Türen geschlagen und geschrien», erzählte eine Besucherin des Gefängnisses von Cuenca der Zeitung «El Universo». «Sie haben einen getötet - das habe ich gesehen.»

    Ecuador
    Familienmitglieder von Gefangenen warten ausserhalb der Gefängnisse. - keystone

    In Lateinamerika kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Gefängnissen. Viele Strafanstalten werden von Gangs kontrolliert. Oftmals sorgen die Sicherheitskräfte lediglich dafür, dass die Gefangenen in den Haftanstalten bleiben.

    Innerhalb der Mauern bleiben sich die Häftlinge weitgehend selbst überlassen. Zahlreiche inhaftierte Gangbosse steuern die Geschäfte ihrer kriminellen Organisationen aus dem Gefängnis heraus.

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