Gute Nachrichten für alte Katzen, die an Arthrose leiden: Die US-Gesundheitsbehörden haben eine Behandlung zugelassen, die ihre Schmerzen lindern soll.
Katze
Katze - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Behandlung basiert auf synthetischen Antikörpern - wie bei Covid-Medikamenten.

«Fortschritte in der Veterinärmedizin haben entscheidend dazu beigetragen, das Leben vieler Tiere, einschliesslich Katzen, zu verlängern», erklärte Steven Solomon, Leiter der Veterinärabteilung der US-Arzneimittelbehörde (FDA), am Donnerstag. «Aber längere Leben sind mit mehr chronischen Krankheiten wie Osteoarthritis verbunden», fügte er hinzu.

Arthrose tritt auf, wenn der schützende Knorpel, der die Enden der Knochen abpolstert, dünn wird. Mit der Zeit reiben die Knochen in einem Gelenk aneinander, was Schmerzen verursacht, die Beweglichkeit des Gelenks einschränkt und manchmal zu Knochenspornen führt. Man geht davon aus, dass 60 Prozent der Katzen ab sechs Jahren und 90 Prozent der Katzen über 12 Jahren von dieser Erkrankung betroffen sind.

Das neue Medikament namens Solensia basiert auf synthetischen Antikörpern. Diese Art der Behandlung hatte auch in der Corona-Pandemie Schlagzeilen gemacht, da sogenannte monoklonale Antikörper-Behandlungen das Risiko einer schweren Covid-Erkrankung verringern können. Doch die im Labor hergestellten Proteine können noch viel mehr. Solensias Wirkstoff heftet sich an ein Protein namens Nervenwachstumsfaktor an, das an der Schmerzregulierung beteiligt ist. So wird verhindert, dass das Schmerzsignal ins Gehirn gelangt. Es ist das erste Mal, dass synthetische Antikörper für Tiere zugelassen wurden.

Um die Wirksamkeit des Medikaments zu testen, mussten die Forscher kreativ werden. Da Katzen ihre Symptome nicht selbst beschreiben können, befragten die Forscher ihre Besitzer nach dem Grad der Beeinträchtigung der Tiere bei Aktivitäten wie dem Springen auf Möbel, der Benutzung des Katzenklos oder der Fellpflege und verglichen dies mit deren Aktivität vor der Entwicklung der Arthrose. Dabei schnitten die Katzen in der Gruppe, die das Medikament erhielt, besser ab als die Katzen, die in den randomisierten klinischen Studien Placebos erhielten.

Das Medikament wird einmal pro Monat per Spritze verabreicht. Die Dosierung hängt vom Gewicht der Katzen ab. Wie bei Medikamenten für Menschen kommen auch Tiermedikamente selten ohne Nebenwirkungen. In diesem Fall sind es Erbrechen, Durchfall, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schorfbildung an Kopf und Hals, Dermatitis und Pruritus (juckende Haut). Die Nebenwirkungen waren mild und erforderten keinen Abbruch der Behandlung.

Laut Zoetis, dem Hersteller des Medikaments, sollte es nicht bei Zuchtkatzen oder bei trächtigen oder stillenden Katzen eingesetzt werden. Es sollte auch nicht von Menschen eingenommen werden. Zoetis lehnte es ab, sich zu den Kosten zu äussern, sagte aber, dass der Preis «wettbewerbsfähig» sein würde.

Mehr zum Thema:

Nachrichten Coronavirus Katzen